Deutsche Reisende wollen 2027 bei Flügen nicht sparen. Laut dem Anfang Oktober veröffentlichten Report "Travel Trends 2027" der Reisesuchmaschine Skyscanner planen 72 Prozent, mindestens so viel für Flüge auszugeben wie bisher. 87 Prozent wollen im kommenden Jahr gleich oft oder häufiger verreisen.
Zurückhaltender sind die Befragten bei Zusatzleistungen. Eine Sitzplatzreservierung wollen 20 Prozent einplanen, zusätzliches Gepäck lediglich zehn Prozent. Als wichtigsten Kostenfaktor bei der Wahl des Reiseziels nannten 23 Prozent den Flug, 39 Prozent die Unterkunft.
Gebucht wird laut Skyscanner im Schnitt rund acht Wochen im Voraus. Die meisten Suchanfragen aus Deutschland gehen zwischen April und Juni ein. Im Mittel sind die Reisenden 6,2 Tage unterwegs.
Weltweit verzeichnete Skyscanner den Angaben nach schon jetzt 17 Prozent mehr Suchanfragen für 2027 als im Vorjahr. Nach Einschätzung des Unternehmens muss die Branche damit kaum zusätzliche Nachfrage erzeugen. Entscheidend sei vielmehr, vorhandene Reisepläne in Buchungen zu verwandeln.
Bratislava und Bischkek mit stärkstem Zuwachs
Die Liste der Ziele mit dem kräftigsten Aufwärtstrend führt nach Skyscanner-Daten die slowakische Hauptstadt Bratislava mit einem Plus von 398,7 Prozent an. Knapp dahinter folgt Bischkek in Kirgistan mit 384,9 Prozent. Auf Rang drei liegt São Vicente auf Cabo Verde mit 185 Prozent, vor Trapani in Italien mit 130,3 Prozent und Rabat in Marokko mit 128,1 Prozent. Die weiteren Plätze belegen Brașov in Rumänien, Asturien, Hanoi, Kilimandscharo in Tansania und Kutaissi in Georgien.
Für Asturien stiegen die Suchanfragen um 98 Prozent. Skyscanner bringt das unter anderem damit in Verbindung, dass 27 Prozent der Reisenden aus der Generation Z sich in den Ferien weitgehend vom Netz trennen wollen. Auch die Furcht vor überlaufenen Zielen prägt die Planung. 33 Prozent der Befragten wollen ruhigere Orte ansteuern, 30 Prozent populäre Ziele künftig außerhalb der Hauptsaison besuchen.
Knapp jeder vierte Befragte hat nach eigenen Angaben schon einmal das Ziel gewechselt, um einen günstigen Wechselkurs zu nutzen. In der Generation Z sind es 41 Prozent. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden laut Skyscanner Rimini, Breslau und Hanoi am besten ab. Hanoi und Rabat tauchen damit in beiden Ranglisten auf.
KI-Suche dreht sich vor allem um günstige Flüge
In der KI-gestützten Suche von Skyscanner war im zurückliegenden halben Jahr weltweit "cheap flights" die am häufigsten eingegebene Anfrage. 24 Prozent der Reisenden nutzen KI demnach, um Flug- und Unterkunftspreise zu vergleichen. Häufiger dient sie der Recherche zum Reiseziel und der Inspiration.
Sicher im Umgang mit KI-Empfehlungen für Planung und Buchung fühlen sich 42 Prozent der deutschen Reisenden. Zweifel an der Richtigkeit der Angaben haben 41 Prozent, 36 Prozent fürchten, im Problemfall niemanden erreichen zu können. Skyscanner-Vorstandschef Bryan Batista sagte, durchsetzen würden sich jene Anbieter, die Technologie mit verlässlichen Daten und transparenten Preisen verbinden.
Grundlage des Reports sind eigene Suchdaten von Skyscanner, eine Umfrage unter mehr als 1000 Reisenden sowie Daten mehrerer Partnerunternehmen.
