Schauinsland-Reisen will sich nach Informationen der "FVW" von seinen Airline-Beteiligungen trennen. Zum Verkauf stehen demnach Sundair und die kroatische Schwestergesellschaft Fly Air 41, an denen der Duisburger Reiseveranstalter jeweils die Mehrheit hält.
Auf Anfrage des Fachmediums reagierte der Veranstalter zurückhaltend. Die Gesellschafter seien "grundsätzlich offen für Gespräche über unterschiedliche strategische Optionen", teilte Schauinsland-Reisen mit. Mögliche Verhandlungen stünden noch am Anfang. Weder liege ein konkretes Angebot vor, noch sei eine Vereinbarung getroffen worden.
Interessenten hat es dem Bericht zufolge in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Zudem ist demnach seit mehreren Monaten die Düsseldorfer Transaktionsberatung Network Corporate Finance mit dem Verfahren betraut. Beschäftigte, Kunden und Geschäftspartner müssten sich auf keine Änderungen einstellen, hieß es aus Duisburg.
Gründer Marcos Rossello, der an beiden Airlines Minderheitsanteile hält, spielte die Pläne herunter. "Wir stehen seit zehn Jahren zum Verkauf, wenn ein gutes Angebot kommt", sagte er der "FVW". Er fügte hinzu: "Wir müssen nicht verkaufen."
Auch Markenrechte an Air Berlin stehen zur Disposition
Schauinsland-Reisen hält derzeit 85 Prozent der Anteile an Sundair, Rossello die übrigen 15 Prozent. Bei Fly Air 41 liegt das Verhältnis bei 51 zu 49 Prozent zugunsten des Veranstalters.
Rossello besitzt zudem die Rechte an der Marke Air Berlin, die er aus der Insolvenzmasse der früheren Fluggesellschaft gekauft hatte. Auch diese sind nach Informationen der "FVW" zu haben.
Fly Air 41 hat sich darauf spezialisiert, ihre Flugzeuge zu verchartern. Sundair ist im touristischen Charterverkehr tätig und fliegt unter anderem Ziele am Mittelmeer, auf den Kanaren und in Ägypten an. Zum Streckennetz gehören außerdem Beirut und das syrische Damaskus. In Deutschland startet Sundair von Dresden, Bremen und Berlin aus.
Zusammen betreiben die beiden Airlines zehn Flugzeuge der Typen Airbus A320 und A319. Sieben davon fliegen für Fly Air 41, drei für Sundair. Fünf der kroatischen Jets sind derzeit für Condor unterwegs.