Die kanadische Provinz Quebec würde sich mit der kanadischen Regierung und dem Flugzeugbauer Airbus zusammentun, sollte der Konzern seinen Plan zur Streckung des kleinsten Jets der A220-Familie tatsächlich umsetzen. Das teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministers der Provinz, Bernard Drainville, mit.
Airbus prüft derzeit, ob eine größere Version des Airbus A220 auf den Markt gebracht werden soll. Bislang sei die Resonanz einflussreicher Leasinggesellschaften jedoch verhalten, zudem gebe es Diskussionen über Reichweite und Leistung des Jets.
Der Flugzeugbauer treibt zugleich die Produktion der A220 voran. Nach eigenen Angaben ist eine höhere Stückzahl notwendig, damit das bislang defizitäre Programm die Gewinnschwelle erreicht.
"Gespräche laufen tatsächlich, es ist aber noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen", erklärte der Sprecher per E-Mail. "Die Regierung von Quebec möchte an diesem Projekt beteiligt sein, insbesondere gemeinsam mit der Regierung."
Quebec hält ein Viertel am A220-Programm
Quebec, das Zentrum der kanadischen Luft- und Raumfahrtindustrie, hält 25 Prozent am A220-Programm. Der Jet wird in einem Werk nördlich von Montreal gefertigt, zudem betreibt Airbus eine weitere Fertigungslinie im US-Bundesstaat Alabama in Mobile.
Trotz zuversichtlicher Gespräche mit Leasinggesellschaften Anfang des Jahres gehen Branchenkreise inzwischen davon aus, dass die Streckung der A220 nicht wie erwartet bei der in der kommenden Woche startenden Farnborough Airshow vorgestellt wird. Der Branchendienst "Leeham News" hatte vergangene Woche berichtet, Airbus könne die A220-500 im vierten Quartal auf den Markt bringen.
Die kanadische Regierung erklärte per E-Mail, sie betrachte die Luft- und Raumfahrtindustrie als strategische Branche, wollte sich aber nicht weiter äußern.