Airbus zögert beim Launch von größerer A220-Variante, © Bombardier
Bombardier nutzt die CAST-Zelle f © Bombardier
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Airbus ringt damit, wann ein größerer A220 auf den Markt gebracht werden soll. Sechs Brancheninsider berichteten "Reuters", dass eine verhaltene Reaktion einflussreicher Leasinggesellschaften sowie Debatten über Reichweite und Leistung den Konzern zögern lassen.

Noch zu Jahresbeginn hatte Airbus Käufer auf einen möglichen Launch bereits bei der diesjährigen Farnborough Airshow eingestimmt – inzwischen hat der Hersteller die Erwartungen zurückgeschraubt.

Ein hochrangiger Airbus-Manager sagte, ein Start bei der Farnborough Airshow Ende Juli sei nun "nicht wahrscheinlich", auch wenn der Hersteller einen Launch noch in diesem Jahr nicht ausschließt. "Wir prüfen alle Optionen; es wurden keine Entscheidungen getroffen", erklärte ein Airbus-Sprecher.

Intern soll Airbus eine vergleichsweise moderate Variante unter dem Namen "Simple Stretch" diskutieren – ohne Erhöhung des maximalen Startgewichts und ohne kostspielige Aufrüstung der "Pratt & Whitney"-Triebwerke.

Die neue Version würde rund 180 Passagiere fassen, gegenüber derzeit 160, was die Kosten pro Sitz um rund zehn Prozent senken würde – allerdings auf Kosten der Reichweite.

Genau das schreckt einen Teil der potenziellen Kunden ab. Nicht alle Airlines sind bereit, Reichweite einzubüßen, was den Kreis möglicher Käufer verkleinert. Hinzu kommt, dass viele der in Rio de Janeiro zum IATA-Gipfel versammelten Airlines noch mit Haltbarkeitsproblemen an den bestehenden "Pratt & Whitney"-Triebwerken zu kämpfen haben.

"Airlines sind möglicherweise von den Wirtschaftlichkeitsdaten überzeugt, aber nicht zwingend von der Leistung", sagte Luftfahrtanalyst Rob Morris.

Leasinggesellschaften fürchten Wertverlust beim A320 Neo

Ein größerer A220 würde Airbus ermöglichen, Lieferantenverträge neu zu verhandeln und die Produktionskosten zu senken. Das würde helfen, das Verlustprogramm zu sanieren, das der Konzern 2018 für einen symbolischen Dollar (rund 0,86 Euro-Cent) von Kanadas Bombardier übernommen hatte, nachdem diesem das Kapital ausgegangen war.

Das A220-Programm schreibt weiterhin rote Zahlen und verliert Aufträge an den brasilianischen Konkurrenten Embraer.

Leasinggesellschaften sind einem Bericht zufolge besorgt, dass ein neues Modell die Restwerte des Airbus A320 Neo drücken könnte – einem Typ, der unmittelbar über dem geplanten A220-500 in der Größenordnung angesiedelt ist.

"Leasinggesellschaften sind so stark bei der A320 engagiert, dass das Letzte, was sie brauchen, irgendetwas Neues ist – je weniger Disruption, desto besser für alle", sagte ein hochrangiger Brancheninsider.

Analyst Morris hält diese Bedenken jedoch für überwindbar: "Der A320-Markt verfügt über ausreichend Liquidität und eine starke Kundenbasis."

Käufer warten auf konkrete Details

Airbus hatte sich im Januar gegenüber Finanzierern am Rande der Airlines-Economics-Konferenz in Dublin noch deutlich optimistischer gezeigt und 2026 als "großes Jahr" für die A220 bezeichnet.

Fünf Monate später berichten potenzielle Käufer, noch immer keine Unterlagen erhalten zu haben, die bei einem bevorstehenden Launch zu erwarten wären. "Eine der Fragen, die wir prüfen müssen, ist die Reichweite des Flugzeugs", sagte Mark Nasr, Betriebschef von Air Canada, gegenüber "Reuters".

Der Druck, rasch etwas Neues vorzulegen, hatte zuletzt etwas nachgelassen, nachdem Air Asia 150 Exemplare des bestehenden Modells geordert hatte. Airbus-Chef Guillaume Faury sagte im April, der Launch der größeren A220 sei "eher eine Frage des Wann als des Ob – aber es ist nicht jetzt".

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