Die Privatisierung von Azores Airlines soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Tiago Santos, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Sata, nannte in einem Interview mit dem "Jornal de Negócios", über das "News Avia" berichtete, sechs bis acht Kaufinteressenten.
Zu den Interessenten gehören die Fluggesellschaft Binter von den kanarischen Inseln sowie Icelandair. Die neuen Ausschreibungsunterlagen sollen der Regionalregierung der Azoren in der kommenden Woche übergeben werden.
Marcos Couto, Präsident der Handelskammer Angra do Heroísmo, zeigte sich angesichts des Zeitrahmens besorgt. "Wir wollen in sechs Monaten das erreichen, wofür die Tap mehr als ein Jahr benötigt", erklärte er gegenüber der portugiesischen Nachrichtenagentur "Lusa".
Gleichzeitig bewertete er die genannten Namen positiv: Bei einem börsennotierten Unternehmen wie Binter spreche die öffentliche Nennung für ein ernsthaftes Interesse.
Gescheiterter erster Anlauf
Ein erster Privatisierungsversuch war im März 2023 gestartet worden. Die Regionalregierung beendete das Verfahren schließlich ohne Zuschlag, nachdem das Bewerbungsgremium die einzige verbliebene Offerte wegen inakzeptabler Risiken und mangelnder Luftfahrterfahrung des Bieters abgelehnt hatte.
Die ursprüngliche Frist zum 31. Dezember 2025 hatte die EU-Kommission um ein Jahr verlängert. Grundlage des Privatisierungsgebots ist eine EU-Restrukturierungsbeihilfe von 453,25 Millionen Euro aus dem Jahr 2022.