Das Weiße Haus hat die Nominierung des früheren Delta-Air-Lines-Piloten Jeffrey Anderson als US-Botschafter bei der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) zurückgezogen. Grund war der Widerstand einer großen Pilotengewerkschaft gegen die Personalie. Über die Hintergründe des Rückzugs machte das Weiße Haus keine Angaben.
Die Trump-Regierung hatte Anderson im Juli 2025 nominiert, eine Bestätigungsanhörung fand aber nie statt. Die Gewerkschaft Air Line Pilots Association (ALPA), die nach eigenen Angaben mehr als 79.000 Piloten bei 42 US-amerikanischen und kanadischen Fluggesellschaften vertritt, hatte die Nominierung bereits im vergangenen Jahr kritisiert und Anderson als für das Amt nicht qualifiziert bezeichnet. Sie warf ihm zudem vor, er unterstütze eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters für Piloten.
Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere US-Kongressabgeordnete die Regierung aufgefordert, sich bei der ICAO für eine Anhebung der Altersgrenze von 65 auf 67 Jahre einzusetzen. Der US-Kongress hatte einen solchen Vorstoß 2024 jedoch abgelehnt. International dürfen Linienpiloten, die älter als 65 Jahre sind, in den meisten Ländern außerhalb der USA ohnehin nicht fliegen. Der Botschafterposten bei der ICAO ist bereits seit Juli 2022 unbesetzt, seit der frühere Linienpilot C. B. "Sully" Sullenberger das Amt nach kurzer Amtszeit niedergelegt hatte.