Middle East Airlines (MEA) treibt die Gründung einer eigenen Billigtochter voran. Die neue Airline Fly Beirut soll im Juni 2027 den Betrieb aufnehmen.Das sagte MEA-Chef Mohamad El-Hout gegenüber dem Fachmagazin "Aviation Week" am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro.
Anfangs wird die Flotte aus bis zu sechs Airbus A320 in einer reinen Economy-Konfiguration mit je 180 Sitzen bestehen. Drei der Flugzeuge sollen noch vor dem eigentlichen Launch von Leasingunternehmen übernommen werden.
MEA will diese den Angaben zufolge zunächst selbst nutzen, um neue Strecken nach Berlin und Amsterdam aufzunehmen. Die Berliner Verbindung soll im Juni starten, Amsterdam folgt im Juli.
Nach der Übergabe an Fly Beirut werden die Maschinen dann unter dem neuen Markennamen betrieben.
Berlin und Düsseldorf als Fly-Beirut-Ziele
Die Konzeption von Fly Beirut zielt auf Strecken ab, auf denen die Nachfrage nach Business-Class-Sitzen gering ist. Dazu zählt MEA laut Angaben ausdrücklich Berlin, Düsseldorf und Kopenhagen – Destinationen, bei denen ein Niedrigpreismodell wirtschaftlicher erscheint als das Legacy-Produkt der Muttergesellschaft.
Fly Beirut wird vollständig im Eigentum von MEA bleiben, die ihrerseits mehrheitlich der libanesischen Zentralbank Banque du Liban gehört. Operativ soll die neue Airline jedoch völlig eigenständig geführt werden.
El-Hout macht die Flottengröße und das Wachstumstempo von Fly Beirut von der weiteren Entwicklung der Lage im Libanon abhängig. "Ich hoffe, dass sich die Situation bis nächstes Jahr deutlich verbessert hat", sagte er. Bis dahin werde er vorsichtig und schrittweise vorgehen – genau so, wie MEA seit Jahrzehnten geführt werde.