Beim Flughafen der Zukunft werden die meisten Passagiere keine Sicherheitskontrolle mehr bewusst wahrnehmen. Dieses Szenario für das Jahr 2040 hat Alexander Borgschulze, Präsident des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), bei den 15. Luftsicherheitstagen in Schönefeld bei Berlin entworfen.
Die Identität des Fluggastes werde schon beim Betreten des Terminals biometrisch erfasst – datenschutzkonform. Das Handgepäck müsse nicht mehr ausgeräumt werden. Stattdessen würden KI-Systeme verbotene Gegenstände erkennen und Abweichungen analysieren.
Der überwiegende Teil des Prozesses werde 2040 ohne jeden manuellen Eingriff und für den Reisenden nahezu unsichtbar ablaufen, aber nicht weniger sicher sein. Wo es Auffälligkeiten gebe, greife ein qualifizierter Mitarbeiter ein – nicht mehr als Kontrolleur jeder einzelnen Tasche, sondern als Überwacher der Gesamtprozesse.
Borgschulze betonte, der Einsatz von Technologie sei angesichts wachsender bürokratischer Anforderungen und Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung notwendig. Dafür bräuchten die Unternehmen klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Die Entwicklung stehe unter der Maxime: "Technik ersetzt keine Verantwortung."
Hybride Bedrohungen als neues Thema
Innen-Staatssekretär Hans-Georg Engelke zeigte sich offen für mehr Technologie im Kontrollprozess, betonte aber die Bedeutung von Qualitätssicherungsmaßnahmen – etwa durch Testpersonen, die Sicherheitslücken aufdecken sollen.
Thomas Plank, Vizepräsident der Bundespolizei, erläuterte, warum erstmals auch Vertreter der Bundeswehr eingeladen worden seien: Bei sicherheitsrelevanten Vorfällen an Flughäfen stelle sich zunehmend die Frage, ob es sich um Zufall, Unfall, Straftat oder eine hybride Bedrohung handele.
Es dürfe nicht sein, dass Störer über den Sicherheitsbereich eines Flughafens Truppenbewegungen zu verhindern versuchten.