Lufthansa will 2026 mit Turnaround-Plan Ernst machen und Marge verdoppeln, © dpa
Konzernchef Carsten Spohr spricht bei der Jahrespressekonferenz der Lufthansa Group. © dpa
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Die Lufthansa will im kommenden Jahr ihren ambitionierten Turnaround-Plan in die Tat umsetzen. Konzernchef Carsten Spohr strebt zwischen 2028 und 2030 eine operative Marge von acht bis zehn Prozent an. Das teilte die Fluggesellschaft mit.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die operative Marge bei nur 4,4 Prozent, nach 7,6 Prozent im Jahr 2023. Für 2025 rechnen Analysten mit 4,8 Prozent.

Um das Margenziel zu erreichen, will Spohr weitreichende Änderungen vornehmen. Geplant sind unter anderem der Abbau von 4000 Verwaltungsjobs über fünf Jahre hinweg sowie die Ausmusterung alter Flugzeuge. Diese Maßnahmen haben einige Investoren überzeugt.

Die Fluggesellschaft will zudem ihre komplexe Struktur verschlanken, die sechs Drehkreuze und neun Passagierfluggesellschaften umfasst – von der italienischen Flagcarrier Ita Airways bis zur Billigmarke Eurowings.

Aktie unter Spohr deutlich gefallen

Investoren bleiben jedoch skeptisch. Seit Spohr 2014 die Führung übernahm, sind die Aktien der Lufthansa Group um rund ein Drittel gefallen. Zwar gab es 2017 einen Höhenflug, doch die Corona-Pandemie traf die Aktie hart. Seitdem hat sie sich nur schwer erholt und zählt damit zu den Nachzüglern unter den europäischen Fluggesellschaften.

Wer am Tag der Amtsübernahme des 59-jährigen ehemaligen Piloten investiert hätte, hätte inklusive Dividenden 18 Prozent seines Geldes verloren – oder auf jährlicher Basis 1,7 Prozent, so Daten von LSEG. In den vergangenen sechs Monaten haben die Lufthansa-Aktien zwar aufgeholt und sind um 26 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG legten im gleichen Zeitraum um 35 Prozent zu, Air France-KLM um 44,6 Prozent.

Enge Margen und hohe Kosten

Investoren haben gewarnt, dass die Kosten- und Arbeitsprobleme der Lufthansa das Vertrauen belasten – und die Margen des Unternehmens schmälern. Die operative Konzernmarge schrumpfte im vergangenen Jahr auf 4,4 Prozent von 7,6 Prozent im Jahr 2023. Die fällt deutlich schmaler als bei IAG und Air France-KLM aus.

Die globalen Herausforderungen nehmen jedoch zu: Der Transatlantikverkehr schwächelt. Spohrs Pläne könnten zudem durch Lieferkettenprobleme bei den lang erwarteten Boeing-Jets und schwierige Tarifverhandlungen durchkreuzt werden.

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Flugtaxis über Berlin-Tempelhof., © Adobe Stock/Markus Mainka/chesky, Montage: airliners.de
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Abgestellte Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt., © dpa
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