Lufthansa stellt die Flugverbindung zwischen Frankfurt und Bremen zum 1. Juli ein. Begründet wird der Schritt mit mangelnder Wirtschaftlichkeit, gestiegenen Kosten und veränderten Rahmenbedingungen, wie eine Sprecherin mitteilte.
Derzeit werden auf der Strecke bis zu fünf Flüge täglich angeboten. Wöchentlich nutzen mehr als 5000 Passagiere die Verbindung. Für viele Reisende aus Bremen ist Frankfurt der zentrale Umsteigepunkt für internationale Destinationen.
Auf der Route war Flugplandaten zufolge bislang neben Lufthansa selbst die Air Dolomiti sowie die zwischenzeitlich eingestellte Cityline im Auftrag der Lufthansa im Einsatz.
Neben Frankfurt hat Bremen weiterhin Drehkreuzvertbindungen im Lufthansa-Konzern-Netz: Lufthansa selbst sowie City Airlines und Helvetic (im Wetlese) fliegen nach München, Austrian nach Wien und Swiss nach Zürich.
Der Flughafen Bremen bezeichnete die Entscheidung dennoch als "sehr bedauerlich". Hansestadt und Airport stehen nach eigenen Angaben im engen Austausch mit der Fluggesellschaft über Gründe und Folgen der Streichung.
Der Bremer Senat äußerte scharfe Kritik. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sprach von einem "schweren Schlag für Bremen und den ganzen Nordwesten". Die Strecke sei von erheblicher Bedeutung für Wirtschaft, Wissenschaft und internationale Erreichbarkeit des Standorts.
Bovenschulte appellierte zudem an den Bundesverkehrsminister. Der Flughafen Bremen nehme eine zentrale Rolle im Operationsplan Deutschland ein. Laufende Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium über eine militärstrategische Aufwertung des Standorts dürften nicht durch privatwirtschaftliche Entscheidungen konterkariert werden, so der SPD-Politiker.
Auch der Wirtschaftsrat der CDU zeigte sich besorgt. "Die Verbindung Bremen-Frankfurt ist keine Luxusverbindung, sondern eine essenzielle Lebensader für Wirtschaft, Wissenschaft und internationale Erreichbarkeit unserer Region", sagte Jörg Müller-Arnecke, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Bremen, laut Mitteilung.
Den Senat forderte er auf, sich klar zum Erhalt der internationalen Erreichbarkeit Bremens zu bekennen. Gemeinsam mit Lufthansa, dem Flughafen und dem Bund müsse der Senat alle Möglichkeiten zum Erhalt der Verbindung auszuschöpfen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauche Bremen bessere Anbindungen und keine zusätzlichen Standortnachteile.
CDU fordert bessere Rahmenbedingungen für Airlines
Ähnlich äußerte sich auch die hafen- und wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Susanne Grobien. "Die Anbindung an das internationale Drehkreuz Frankfurt ist für unsere Unternehmen essenziell", sagte sie laut Mitteilung. Rund 30.000 Arbeitsplätze, eine Bruttowertschöpfung von rund 2,3 Milliarden Euro und ein Steueraufkommen von knapp 600 Millionen Euro hingen direkt oder indirekt vom Flughafen ab, so die CDU-Politikerin.
"Der Senat muss jetzt alles daransetzen, dass die Lufthansa ihre Entscheidung noch einmal revidiert", forderte Grobien. "Der Senat Bovenschulte muss endlich dafür sorgen, dass der Flughafen für Airlines wirtschaftlich attraktiv bleibt. Dafür braucht es bessere Rahmenbedingungen, mehr Anreize für Fluggesellschaften und eine klare Strategie zur Sicherung des Standorts."
Der Senat kündigte an, sich für eine Rücknahme der Entscheidung einzusetzen. Die Lufthansa Group bleibe nach eigenen Angaben trotz der Streichung ein "zentraler Anbieter" am Standort Bremen.