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Lufthansa Cargo strebt weiteres Flottenwachstum an, © airliners.de, AirTeamImages/Basisfoto: Simon Gregory, Logo-Illustration: airliners.de
Boeing 777F in Lufthansa-Cargo-Farben (airliners.de-Fotomontage) © airliners.de, AirTeamImages / Basisfoto: Simon Gregory, Logo-Illustration: airliners.de

Der enorme Gewinn von knapp 1,5 Milliarden Euro (bereinigtes Ebit) im Geschäftsjahr 2021 hat bei Lufthansa Cargo den Appetit auf weiteres Kapazitätswachstum geweckt. Laut der CEO Dorothea von Boxberg will die Fracht-Airline ihre Flotte erweitern. Dies betreffe sowohl Langstreckenflugzeuge für den Interkontinentaltransport als auch kleinere Frachter, die kontinentale Strecken bedienen.

Von Boxberg machte die Flottenankündigung während eines virtuellen Pressebriefings und beantwortete dabei Fragen zur zukünftigen Flottenstrategie der Fluggesellschaft.

"Wir haben beides im Blick: zusätzliche Boeing 777F und den neuen Airbus A350F", erklärte sie. Lufthansa werde mit Airbus darüber sprechen, welche Vorteile der A350-Frachter im Betrieb und wie viele Kostenvorteile das Gesamtpaket bringe.

Der europäische Airbus-Konzern will mit der neuen Frachtversion des Passagierjets A350 seinem Rivalen Boeing auf dem Markt der Großraumfrachter Paroli bieten, den der US-Konzern bisher weltweit fast komplett beherrscht.

DHL jedenfalls hat sich zunächst für weitere Boeing-Frachter entschieden. Weitere sechs Boeing 777F sollen kommen, wie Boeing jetzt mitteilte. Aktuell ist dabei noch nicht entschieden, auf welchen Routen diese eingesetzt werden und ob sie ausschließlich für DHL fliegen oder für eine DHL-Beteiligungstochter wie etwa Aerologic zum Einsatz kommen würden, hieß es bei DHL auf Anfrage.

Die Lufthansa-Cargo-Chefin schloss ihrerseits nicht aus, dass einige zusätzliche Frachter, sobald sie beschafft sind, auch in den Farben von Aerologic, dem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und DHL Express, fliegen könnten. Bei dem Joint-Venture fanden gerade Streiks statt, die Pilotengewerkschaft fürchtet eine Tarifflucht von Lufthansa Cargo hin zur untarifierten Aerologic.

Kommt der Paradigmenwechsel auf der Langstrecke?

Eine Bestellung des neuen A350F bei Airbus wäre durchaus ein Paradigmenwechsel, denn Lufthansa Cargo ist seit Jahren ein treuer Boeing-Kunde, wie die einheitliche Flotte von Triple-Seven-Frachtern beweist, die die von McDonnell Douglas produzierten und 1996 von Boeing übernommenen MD-11F ablösten.

Schon bei der Erweiterung der Flotte um kleinere Frachtflugzeuge für den Mittelstreckenverkehr hatte sich Lufthansa Cargo für Airbus statt Boeing entschieden und zwei A321P2F geleast. Das erste der beiden Cargo-Flugzeuge mit dem Kranich auf dem Rumpf wird am 15. März ab Frankfurt abheben, während die zweite Maschine im Juli folgen soll.

Jedes Flugzeug kann 28 Tonnen pro Flug befördern und 24 Paletten aufnehmen, was weit über das Volumen hinausgeht, das in die unteren Decks der Single-Aisle-Passagierflotte der Lufthansa passt.

Von Boxberg ließ offen, ob weitere A321P2F geleast werden sollen. Dies hänge von der Marktnachfrage ab, sagte sie. Sie rechnet damit, dass vor allem Spediteure, Integratoren, Postunternehmen und Zulieferer aus dem boomenden E-Commerce-Sektor an der Kapazität dieses Flugzeugs interessiert sein werden.

Tochtergesellschaften tragen zum Gewinn bei

Zum zweiten Mal in Folge hatte Lufthansa Cargo den bisher höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet, wie die Lufthansa-Tochter am Donnerstag mitteilte. Der Netto-Gewinn des von Corona geprägten Geschäftsjahrs 2021 lag bei 1,49 Milliarden Euro, der Umsatz bei 3,8 Milliarden. 2020 hatte Lufthansa Cargo einen Gewinn von 772 Millionen Euro erzielt.

Zum erneuten Rekordjahresergebnis führte die Cargo-Chefin von Boxberg einen Beitrag von 79 Millionen Euro auf Tochtergesellschaften wie Jettainer, Time Matters, den chinesischen Ground Handler PACTL sowie Heyworld zurück. Haupttreiber waren das außergewöhnliche Wachstum des E-Commerce während der Corona-Pandemie, das zu einer immer größeren Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf der Welt führte, sowie gravierende Engpässe in der Seeschifffahrt, die eine Verlagerung vom Seeverkehr auf den Luftverkehr zur Folge hatten.

"Diese Störungen sind noch nicht überwunden", erklärte von Boxberg - ein Hinweis darauf, dass die Einnahmen von Lufthansa Cargo auch in den kommenden Monaten fließen werden. Zumal aufgrund der Wiederbelebung des Reisegeschäfts nun mehr von Lufthansa Cargo vermarktete Unterdeckkapazitäten von der Muttergesellschaft, der Deutschen Lufthansa AG, auf den Markt kommen.

Russische Luftraumsperrungen schmerzen

Mit Blick auf die Sperrung des Luftraums durch Putins Krieg gegen die Ukraine und die Folgen für Lufthansa Cargo sagte sie, dass die Umgehung Russlands über Südrouten jeden Flug um anderthalb bis zwei Stunden verlängert. Dadurch wird mehr Treibstoff benötigt, was die Hebekapazität um etwa zehn Prozent verringert.

Auf die Frage, ob Frachtflüge von Europa über Alaska nach Japan, Korea und weiter nach China möglich seien, sagte sie: "Das ist eine Option, aber südliche Routen machen mehr Sinn."

Für das Jahr 2022 hat sich Lufthansa Cargo ehrgeizige Ziele gesetzt. "Wir wollen die kundenorientierteste, digitalste und nachhaltigste Frachtfluggesellschaft werden", kündigte von Boxberg an. Im Bereich der elektronischen Luftfrachtbriefe (Air Way Bill, AWB) ist die Fluggesellschaft schon fast am Ziel. Ab Ende März wird Lufthansa Cargo nur noch Sendungen akzeptieren, die mit einem elektronischen AWB unterwegs sind. Für eine Übergangszeit werden aber auch noch papierbasierte AWBs akzeptiert, die dann bei Ankunft der Ware digitalisiert werden.

Dieser Artikel ist ursprünglich bei unserer Partnerpublikation "CargoForwarder Global" erschienen.

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