Die beiden deutschen Fluggesellschaften Lübeck Air und German Airways werden in diesem Sommer zusammenarbeiten. Die norddeutsche Airline mietet für ihr Sommerprogramm eine Embraer E190 der Zeitfracht-Airline, wie Lübeck Air mitteilt. Bei dem Deal soll es sich um die E190 handeln, die German Airways erst kürzlich nach Streitigkeiten bezüglich des Leasingvertrags von der italienischen Ego Airways abgezogen hatte.
Lübeck Air wird die Maschine jedoch nicht selbst leasen. Offiziell wird der Airlinepartner der Norddeutschen - die dänische Airline Air Alsie - den Jet von German Airways mieten. Air Alsie betreibt schon eine ATR-72 für Lübeck Air. Eigentümer der Maschine ist aber Lübeck Air. Die E190 soll in Lübeck stationiert werden und auch im Design der Fluggesellschaft unterwegs sein.
Bereits vor der Vorstellung des umfangreichen Sommerflugplans hatte Geschäftsführer Jürgen Friedel angekündigt, dass sich seine Airline rechtzeitig ein zweites Flugzeug beschaffen wolle. Lübeck Air legt in diesem Sommer zahlreiche neue Strecken auf. Unter anderem hat die junge Airline Flüge von Lübeck nach Krakau, Zadar, Dublin, Bergen, Ibiza und Menorca und Olbia im Programm.
Langfristig will die Airline jedoch ein eigenes AOC. Nach Informationen von airliners.de will Lübeck Air bis zum Ende des Jahres im Besitz eines eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnisses sein. Betreiben will die Fluggesellschaft damit jedoch erst mal nur die Turbopropmaschine selbst.
Start mitten in der Pandemie
Lübeck Air hatte im August 2020 den Flugverkehr aufgenommen. Ursprünglich sollte der Linienbetrieb bereits früher aufgenommen werden, wegen der Corona-Pandemie musste der Neustart jedoch verschoben werden.
Die Fluggesellschaft gehört zu 100 Prozent dem privaten Flughafen Lübeck, hinter welchem der Investor Winfried Stöcker steht. Der Lübecker Mediziner und Unternehmer hatte den Flughafen vor rund drei Jahren gekauft, nachdem vorherige Privatisierungsversuche gescheitert waren.