35 kleinere europäische Fluggesellschaften haben EU-Institutionen in einem offenen Brief aufgefordert, die geplante Reform der Fluggastrechte-Verordnung EU261 zu pausieren und neu zu bewerten.
Unterzeichner sind unter anderem Air Serbia, KLM Cityhopper, Luxair, Atlantic Airways, Sprint Air und Air Corsica. Als Begründung nennen die Airlines den starken Anstieg der Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs.
Die EU-Verordnung EU261 regelt seit 2004 Entschädigungsansprüche bei Flugverspätungen. Passagiere können ab drei Stunden Verspätung Entschädigungen von mindestens 250 Euro geltend machen. EU-Parlament und Mitgliedstaaten verhandeln derzeit über eine Neufassung. Der nächste Verhandlungsrund ist für den 2. Juni angesetzt.
Streit über Schwellenwerte und Gepäckrecht
Parlament und Mitgliedstaaten sind sich über die Reformdetails uneins. Das Parlament will die Drei-Stunden-Schwelle für Kurzstreckenflüge beibehalten, während Mitgliedstaaten eine Anhebung auf vier Stunden anstreben.
Die kleineren Airlines fordern einen noch höheren Schwellenwert oder den vollständigen Wegfall der Entschädigungspflicht. Einigkeit besteht hingegen bei Regelungen zur kostenlosen Sitzplatzzuweisung für Kinder und Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Umstritten ist zudem ein Parlamentsvorschlag, der Passagieren künftig das Recht auf ein kostenloses Handgepäck bis sieben Kilogramm einräumen würde. Auch dies lehnen die Unterzeichner ab.
Die unterzeichnenden Airlines verweisen auf besonders dünne Gewinnmargen auf regionalen Strecken. Die nahezu verdoppelten Kerosinkosten hätten ihre finanzielle Resilienz stark geschwächt.