Der Iran-Krieg hat das Fliegen und Reisen in Deutschland deutlich verteuert. Im ersten Halbjahr kosteten Tickets für internationale Flüge im Schnitt 8,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Bei Auslandsflügen in der Economy-Class gab es die größten Steigerungen bei Zielen in Mittelamerika mit 12,5 Prozent. Für Ziele im europäischen Ausland zahlten Reisende rund 11,5 Prozent mehr, während sich Flüge nach Asien und Australien um 4,9 Prozent verteuerten. Langstreckenflüge nach Nordamerika kosteten 3,7 Prozent mehr, Flüge nach Südamerika 0,3 Prozent mehr. Günstiger wurden hingegen Tickets nach Afrika (minus 12,0 Prozent).
Ebenfalls deutlich stiegen die Ticketpreise für Flüge innerhalb Deutschlands: Für Inlandsflüge wurden im ersten Halbjahr 9,5 Prozent mehr verlangt als im Vorjahreszeitraum.
Auch Pauschalreisen wurden teurer
Auch für Pauschalreisen mussten Urlauber tiefer in die Tasche greifen, wie das Bundesamt weiter erklärte. Für Pauschalreisen ins Ausland zahlten sie durchschnittlich 3,0 Prozent mehr.
Hohe Steigerungen gab es bei Pauschalreisen nach Ägypten (plus 5,2 Prozent), auf die Kanaren (plus 4,6 Prozent) und die Balearen (plus 3,6 Prozent). Die Preise für Pauschalreisen in die Türkei stiegen dagegen nur moderat um 1,3 Prozent. Für Ziele in Griechenland veränderten sich die Preise kaum (plus 0,2 Prozent). Pauschalreisen innerhalb Deutschlands verteuerten sich im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent.
Krieg am Golf treibt Kerosinpreise
Hintergrund der Entwicklung sind die stark gestiegenen Ölpreise seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar. In der Folge wurde die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird – durch den Iran weitgehend blockiert. Dadurch verteuerte sich auch Flugbenzin, worauf Fluggesellschaften weltweit mit Kapazitätskürzungen und Preiserhöhungen reagierten.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran ist am Wochenende wieder mit gegenseitigen Luftangriffen eskaliert. Zudem kündigte der Iran die erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an. Auch wurden mehrere Handelsschiffe attackiert. US-Präsident Donald Trump betonte am Sonntag dennoch, dass die Straße von Hormus für den kommerziellen Schiffsverkehr offen sei.
Steuersenkung kam erst zur Jahresmitte
Bereits in den Vorjahren hatten Flugtickets und Pauschalreisen teils deutlich über der allgemeinen Teuerung gelegen. Als Belastungsfaktoren gelten neben den gestiegenen Kerosinpreisen auch ein knappes Angebot deutscher Flughäfen in der Folge hoher staatlicher Gebühren und Steuern.
Die beschlossene Absenkung der deutschen Luftverkehrsteuer ist erst zum Beginn des zweiten Halbjahres in Kraft getreten und dürfte sich damit frühestens in den Zahlen für das zweite Halbjahr niederschlagen.
