Volotea hat formell Verhandlungen mit ihren Gläubigern über eine Restrukturierung aufgenommen. Bis Dezember will der Low-Cost-Carrier mit Sitz in Barcelona eine Einigung erreichen, wie das Branchenportal "CH-Aviation" berichtete.
Formal eröffnete die Airline am Mittwoch dafür ein Verfahren nach spanischem Insolvenzrecht, die sogenannte Apertura de Negociaciones. Es erlaubt Unternehmen, mit ihren Gläubigern einen Restrukturierungsplan auszuhandeln. Der Flugbetrieb laufe normal weiter.
Im Zuge der Sanierung soll die Flotte von derzeit 45 auf 30 bis 35 Flugzeuge schrumpfen. In der Firmenzentrale in Barcelona fallen nach Angaben der Airline in den kommenden Wochen zudem rund 50 Stellen weg. Betroffen sind einzelne Abteilungen. Insgesamt beschäftigt Volotea mehr als 2250 Menschen.
Die Gespräche mit dem spanischen Staatsfonds SEPI, den Anteilseignern, Banken und weiteren Gläubigern sind nach Darstellung von Volotea bereits weit fortgeschritten.
Zu den weiteren wichtigen Investoren zählen Aegean Airlines und PAR Capital. Die griechische Airline hatte zuletzt Berichte dementiert, wonach sie bei Volotea die Mehrheit oder die Führung übernehmen wolle. Aegean bestätigte aber, mit Volotea weiter über deren Zukunft im Gespräch zu sein.
Parallel bereitet Volotea eine Kapitalerhöhung vor, an der sich mehrere Investoren beteiligen sollen. Fest zugesagt hat bereits Alaeo, eine vom Management kontrollierte Beteiligungsgesellschaft. An ihrer Spitze steht Vorstandsvorsitzender und Mitgründer Carlos Muñoz.
Negatives Eigenkapital zum Jahresende 2025
Als Ursache der Schieflage nannte Volotea unter anderem geopolitische Unsicherheit und stark schwankende Energiepreise. Die höheren Treibstoffkosten hätten das Unternehmen seit März rund 150 Millionen Euro gekostet. Was zunächst als vorübergehend gegolten habe, sei angesichts des harten Wettbewerbs und des Drucks auf die Margen zu einem strukturellen Problem geworden.
Zum Jahresende 2025 wies Volotea laut dem von EY geprüften Abschluss ein negatives Eigenkapital von 77,5 Millionen Euro aus. Nach spanischem Gesellschaftsrecht ist das ein gesetzlicher Auflösungsgrund. Bei einem Umsatz von rund 818 Millionen Euro verbuchte die Airline einen Nettoverlust von 64 Millionen Euro. Das operative Ergebnis war nach Angaben von Volotea allerdings das dritte Jahr in Folge positiv.