Im zivilen Luftverkehr werden verschiedene Arten von Airport-Codes verwendet: Die von der IATA vergebenen 3-Letter-Codes und die von der ICAO zugeteilten 4-Letter-Codes. Beide Codes sollen hier vorgestellt werden.
IATA-Codes
In den Reservierungssystemen/CRS, in Ticketeinträgen und auf Gepäckanhängern werden Flughäfen und Verkehrslandeplätze sowie Bahnhöfe, Häfen und Busbahnhöfe, die in den intermodalen Verkehr mit einbezogen sind, auf Antrag von Fluggesellschaften oder CRS von der IATA mit drei lateinischen Buchstaben kodiert. Hierdurch werden die Abfertigungsprozesse vereinheitlicht und vereinfacht.
Oftmals sind es die Anfangsbuchstaben der Stadt bzw. des Flughafens - allerdings in der Regel der englischen Schreibweise - beispielsweise FRA für FRAnkfurt, HAM für HAMburg. Da die Anzahl der möglichen Kombinationen aber begrenzt ist, funktioniert das nicht überall so. So hat München beispielsweise die Abkürzung MUC für MUniCh.
Manche Kodierungen sind auf den ersten Blick nicht logisch, da sie sich von älteren Bezeichnungen der Städte ableiten (z.B. SGN für SaiGoN, heute Ho-Chi-Minh-Stadt) oder auf den Flughafennamen beziehen (z.B. LIN für LINate, Mailand).
Weitere Einschränkungen bestehen dadurch, dass in einigen Staaten bestimmte Anfangsbuchstaben für andere Verwendungszwecke gesperrt waren (z.B. „K“ in den USA, daher heißt der Flughafen von KEY West = EYW) oder sie einheitliche Anfangsbuchstaben verwenden (z.B. „Y“ für alle kanadischen Flughäfen).
Außerdem haben bestimmte „Metropolitan Areas“, die über mehrere Flughäfen verfügen, noch einen zusätzlichen Städtecode, mit dem in den Reservierungssystemen so mittels einer einzigen Eingabe alle zugeordneten Flughäfen abgefragt werden können (z.B. BER für BERlin mit Berlin-Schönefeld und Berlin-Tegel oder LON für LONdon mit London Gatwick, London Stansted, London Heathrow, London Luton, London City Airport und neu London Southend). Auch wichtige Bahnhöfe, Häfen und Busbahnhöfe können 3-Letter-Codes aufweisen (z.B. ZRB für Frankfurt Main Hauptbahnhof).
Eine Codierung / Dekodierung der IATA-Codes (der Flughäfen, Städte und Fluggesellschaften) findet sich auf der Website der IATA.
ICAO-Codes
Im technisch-operativen Bereich, bspw. bei der Flugsicherung, den Wetterdiensten, bei der Flugplanung sowie den Veröffentlichungen für das Cockpit hingegen werden zur Identifizierung von Flugplätzen und auch Heliports die 4-Letter-Codes der ICAO verwendet, die (noch) aus vier lateinischen Buchstaben bestehen. Da auch hier die Anzahl begrenzt ist, gibt es bereits Bestrebungen, auch Ziffern in den letzten Stellen einzusetzen. Diese Codes werden auch als „Location Indicator“ gemäß des DOC 7910 der ICAO bezeichnet.
Ihr Aufbau ist etwas komplizierter als bei der Codierung der IATA: Die erste Stelle steht für die Region/den Kontinent/teilweise das Land (z.B. E für Nordeuropa, L für Südeuropa). Die zweite Stelle bezeichnet in der Regel das Land (z.B. EG = Großbritannien).
Deutschland hat zwei verschiedene Kennungen an zweiter Stelle. Es werden seit der Wiedervereinigung „ED“ für zivile Flugplätze und „ET“ für militärische Flugplätze unterschieden. Diese beiden Buchstaben wurden vor der Wende eingesetzt, um Flugplätze in der BRD (ED) und DDR (ET) zu unterscheiden.
Die dritte Stelle kann in Deutschland für zivile Flugplätze entweder anzeigen, dass es sich um einen internationalen Flughafen handelt („D“) oder aber es wird der Buchstabe des AIS (Aeronautical Information Service) des internationalen Verkehrsflughafens angezeigt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Flugplatz bis zur Zentralisierung der AIS gehörte (z.B. „EDFM“ = Mannheim, Zuständigkeitsbereich Frankfurt). Die vierte Stelle wird, soweit dieser verfügbar ist, aus dem Anfangsbuchstaben des Flughafens gebildet (z.B. EDDH = Hamburg).
Eine alphabetische Liste von ICAO-Airport-Codes findet sich auf der
| Name | ICAO | IATA |
|---|---|---|
| Berlin-Schönefeld | EDDB | SXF |
| Berlin-Tegel | EDDT | TXL |
| Braunschweig-Wolfsburg | EDVE | BWE |
| Dortmund | EDLW | DTM |
| Dresden | EDDC | DRS |
| Düsseldorf | EDDL | DUS |
| Erfurt-Weimar | EDDE | ERF |
| Frankfurt | EDDF | FRA |
| Frankfurt-Hahn | EDFH | HHN |
| Friedrichshafen | EDNY | FDH |
| Hamburg | EDDH | HAM |
| Hannover | EDDV | HAJ |
| Heringsdorf | EDAH | HDF |
| Karlsruhe/Baden-Baden | EDSB | FKB |
| Kassel-Calden | EDVK | KSF |
| Köln/Bonn | EDDK | CGN |
| Lahr | EDTL | LHA |
| Leipzig/Halle | EDDP | LEJ |
| Lübeck-Blankensee | EDHL | LBC |
| Magdeburg/Cochstedt | EDBC | CSO |
| Memmingen | EDJA | FMM |
| München | EDDM | MUC |
| Münster/Osnabrück | EDDG | FMO |
| Neubrandenburg | EDBN | FNB |
| Niederrhein | EDLV | NRN |
| Nürnberg | EDDN | NUE |
| Oberpfaffenhofen | EDMO | OBF |
| Paderborn/Lippstadt | EDLP | PAD |
| Rostock-Laage | ETNL | RLG |
| Saarbrücken | EDDR | SCN |
| Schwerin-Parchim | EDOP | SZW |
| Siegerland | EDGS | SGE |
| Stralsund-Barth | EDBH | BBH |
| Stuttgart | EDDS | STR |
| Sylt | EDXW | GWT |
| Zweibrücken | EDRZ | ZQW |
Weitere Links zum Thema
Fachbücher zum Thema "Luftverkehr".
Die Welt des Reisens ist seit über 30 Jahren die Leidenschaft von Sabine Rasch. Mit dem "Lehrbuch des Linienflugverkehrs" hat die Touristik-Expertin das langjährige Standardwerk für die Ausbildung von Touristiker in Berufsschulen verfasst, auf dem diese Serie basiert. Kontaktieren Sie die Fachautorin auf