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Eine Frau steht am Flughafen Frankfurt vor einer Anzeigetafel © dpa / Fredrik von Erichsen

Codesharing ist ein Abkommen zwischen zwei oder mehreren Fluggesellschaften darüber, dass ein vom sogenannten "Operating-Carrier" durchgeführter Flug von den anderen Airlines, die als "Marketing-Carrier" bezeichnet werden, mit eigenem Airline-Code und eigener Flugnummer zusätzlich vermarktet werden darf.

Codesharing bildet damit auch die Basis der großen Luftverkehrsallianzen. In der EU ist Codesharing grundsätzlich allen Fluggesellschaften erlaubt (Verordnung (EG) Nr. 1008/2008). In den übrigen Gebieten wird die Erlaubnis zu Codesharings in den Luftverkehrsabkommen der betroffenen Staaten festgeschrieben.

Ein Beispiel:

Die Strecke Frankfurt-Stockholm wird von SAS (Airline-Code SK) und Lufthansa (Airline-Code LH) bedient. Die Flüge beider Fluggesellschaften, die auch in der Star Alliance kooperieren, werden im jeweiligen Flugplan unter eigener Flugnummer aufgeführt:

Frankfurt-Stockholm 06:35 – 08:45 Uhr:
im LH-Flugplan: LH800
im SK-Flugplan: SK3670 (LH)*
*Operating Carrier: LH

Frankfurt – Stockholm 12:15 – 14:20 Uhr:
im SK-Flugplan: SK2636
im LH-Flugplan: LH6226 (SK)*
*Operating Carrier: SK

Codesharings bringen Vor- und Nachteile

Fluggesellschaften können ihr Streckennetz ausweiten, ohne eigene Flüge durchzuführen. Und die so angebotenen Flüge werden von den Partnerunternehmen zusätzlich vermarktet. Besonders interessant ist diese Vorgehensweise bei der Erkundung neuer Märkte. Auch die doppelte Darstellung in den Reservierungssystemen stellt einen Wettbewerbsvorteil dar.

Das erweitere Streckennetz ist für die Kunden ebenfalls von Vorteil Auch die mit dem Codesharing verbundene, durchgehende Gepäckabfertigung erleichtert das Reisen. Meist ist darüberhinaus die gemeinsame Nutzung der Vielfliegerprogramme in die Abkommen eingeschlossen.

Und während der Kunde in den Anfängen des Codesharings oftmals nicht darüber informiert wurde, dass er mit Airline B flog, obwohl er Airline A gebucht hatte, ist in der Verordnung (EG) Nr. 2111/2005 vorgeschrieben, dass Fluggäste bereits bei der Buchung darüber zu informieren sind, welcher Carrier den Flug tatsächlich durchführt. In den Reservierungssystemen und auch auf den Buchungsbelegen (z.B. dem Passenger Intinerary Receipt) ist dieses mittlerweile eindeutig ersichtlich.

Nicht so offensichtlich für den Kunden ist hingegen, ob der Operating-Carrier die gleichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufweist wie der Marketing-Carrier. Als Sicherheitsstandards für Codeshare-Vereinbarungen sind die ICAO Standards heranzuziehen und der Betreiber hat sich zu vergewissern, dass der ICAO Standard auch tatsächlich eingehalten wird. Bei IATA Unternehmen erfolgt dies mittels IOSA Programm.

Verschiedene Erscheinungsformen des Codesharings

Paralleles Codesharing - Point-to-point Code Sharing/One Segment Code Sharing:
Ein Flug(-segment) wird unter verschiedenen Flugnummern verkauft.

Komplementäres Codesharing - Feeder Code Sharing:
Die Anschlussverbindungen (Zu- oder Abbringerflüge) zu/von einem großen internationalen Flughafen (Drehkreuz/Hub) werden unter der Flugnummer der die Hauptstrecke fliegenden Fluggesellschaft angeboten. Die Anschlussflüge sind in der Regel national, können aber auch aus nahe gelegenen Regionen in Nachbarländern durchgeführt werden.

Komplementäres Codesharing - Connection Code Sharing:
Verschiedene Hauptstrecken werden mit einander verknüpft.

Unterscheidung des Codesharings nach Grad der Zusammenarbeit/Risikoaufteilung

  • Freesale/free flow:

    Selbständige Vermarktung und unabhängiges Pricing beider Carrier für alle verfügbaren Sitze; es werden keine Sitzplatzkontingente verteilt; der Operating-Carrier erhält für die Flugdurchführung einen vorher festgelegten Verrechnungspreis für die Sitze; das Verkaufsrisiko liegt beim Operating-Carrier.

  • Blocked Space:

    Vergabe eines festen Sitzplatzkontingentes durch Operating-Carrier an den oder die Marketing-Carrier bei unabhängigem Pricing; Verwendung des Kontingentes unter eigenem Risiko für die Marketing-Carrier; der Operating-Carrier erhält eine pauschale Vergütung für den Blocked Space. „Soft Block“: Die Sitze können unter bestimmten Bedingungen zurückgegeben werden. „Hard Block“: Die Rückgabe der Plätze ist nicht möglich.

  • Revenue Sharing:

    Gemeinsames Pricing und Verteilung der Einnahmen nach vorher festgelegter Schlüsselung. Es werden keine Sitzplatzkontingente verteilt; das Auslastungsrisiko tragen die Fluggesellschaften gemeinsam.

  • Profit Sharing:

    Gemeinsames Pricing und Verteilung der Einnahmen plus Kosten nach vorher festgelegter Schlüsselung. Es werden keine Sitzplatzkontingente verteilt; das wirtschaftliche Risiko tragen die Fluggesellschaften gemeinsam.

Codesharing zwischen Billigfliegern und Netzwerk-Airlines

Relativ jung sind die Kooperationen zwischen den klassischen Netzwerk-Carriern und Low-Cost-Carriern, wie beispielsweise der Jetstar Japan mit ihren Müttern Japan Airlines und Qantas.

Code Sharing mit der Bahn

  • Lufthansa Express Rail: Ab Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Dortmund, Mannheim und Karlsruhe werden ausgewählte ICE-Verbindungen zum Frankfurter Flughafen im Codesharing zwischen der DB und Lufthansa betrieben. Die Züge sind unter LH-Flugnummern im LH-Reservierungssystem und den weltweiten GDS aufgeführt; die Bordkarte für den Express Rail Service dient gleichzeitig als Fahrkarte für die Bahnstrecke.
  • Rail-&-Fly-Tickets:Dies sind individuelle Vereinbarungen zwischen diversen Fluggesellschaften/Reiseveranstaltern und der Bahn über die Anreise zum Flughafen in Verbindung mit einem internationalen Flug. Die Tickets hierfür können nur bei den Fluggesellschaften selbst erworben werden.

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