Der Triebwerkshersteller GE Aerospace sieht in einer umfassenden vertikalen Integration keine Antwort auf die anhaltenden Engpässe in der Luftfahrt-Lieferkette. Das sagte Finanzvorstand Rahul Ghai – wenige Tage nachdem das Unternehmen die Übernahme des Gussteile-Zulieferers Consolidated Precision Products (CPP) für rund 11,8 Milliarden US-Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro) vereinbart hatte.
GE Aerospace hatte den CPP-Deal in der vergangenen Woche verkündet. Der Konzern will damit die Versorgung mit präzisionsgegossenen Metallteilen für Turbinentriebwerke ausbauen, darunter Turbinen- und Leitschaufeln. Ghai bezeichnete die Übernahme als "einzigartige Situation". GE Aerospace könne die Lieferperformance von CPP verbessern, die Produktion ausweiten und die Einführung neuer Schaufeltechnologie beschleunigen, sagte er.
"Das heißt aber nicht, dass wir jeden einzelnen Teil unserer Wertschöpfungskette vertikal integrieren wollen", sagte Ghai auf einer Konferenz von Morgan Stanley.
Die Branche müsse in mehreren Bereichen zusätzliche Fertigungskapazitäten aufbauen, sagte Ghai. Die Kapazitätsengpässe würden nicht schnell verschwinden.
"GEnx"-Auslieferungen legen deutlich zu
Die Auslieferungen des "GEnx"-Triebwerks seien im zweiten Quartal um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, sagte Ghai. Für das dritte Quartal rechne GE Aerospace mit einem weiteren Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum und gegenüber dem vorangegangenen Quartal.
Die Fluggesellschaften würden ihre langfristigen Flottenpläne nicht ändern, sagte Ghai. Nach der Erfahrung aus der Pandemie, als ein schneller Kapazitätsabbau Schwierigkeiten beim Erhalt von Marktanteilen mit sich gebracht habe, gingen Airlines inzwischen überlegter an Flottenentscheidungen heran.
Für Flugzeuge mit älteren CFM56-Triebwerken rechne GE Aerospace in diesem Jahr mit einer Ausflottungsrate von 1,5 bis zwei Prozent, sagte Ghai. Zuvor sei eine Rate von zwei bis drei Prozent erwartet worden.