Fraport hat sich gemeinsam mit einem griechischen Partner um die Konzession für 22 staatliche Regionalflughäfen in Griechenland beworben. Das berichtete das "Handelsblatt". Zu dem Paket gehören unter anderem die Inselflughäfen von Naxos, Paros und Chios. Der künftige Konzessionär soll die Standorte rund 40 Jahre lang betreiben, verwalten, instand halten und ausbauen.
Fraport tritt im Verbund mit Delta Airport Investments an. Das Unternehmen gehört zur griechischen Copelouzos-Gruppe, die ihr Geld mit Infrastruktur, Immobilien und Energie verdient. Als Mitbewerber nennt die Zeitung die Athens International Airport (AIA), die Betreibergesellschaft des Athener Flughafens, sowie ein Konsortium des Bauunternehmens GEK Terna mit GMR, einem Flughafenbetreiber aus Indien.
Die Flughäfen gehören zum Bestand des Staatsfonds Hellenic Growth Fund und werden nur gemeinsam vergeben. Zusammen zählten sie 2025 etwa 2,5 Millionen Passagiere.
Nach Prüfung der eingegangenen Interessenbekundungen müssen die zugelassenen Bewerber in einer zweiten Runde verbindliche Finanzangebote vorlegen. Mit einer Entscheidung über den Zuschlag ist dem Bericht zufolge 2027 zu rechnen.
Viele Standorte mit wenig Verkehr
Auf den 22 Flughäfen legte der internationale Verkehr von Januar bis August um 14,4 Prozent zu. Das Gesamtaufkommen wuchs im selben Zeitraum dagegen nur um 0,9 Prozent. Die einzelnen Standorte entwickelten sich sehr unterschiedlich. Während Kastoria, Syros und Skyros deutlich zulegten, verloren Naxos und Ikaria spürbar an Passagieren.
Mehrere Flughäfen des Pakets haben nur ein sehr geringes Aufkommen. Kastoria im Norden des Landes kam 2025 auf 5057 Fluggäste, im Schnitt also 14 pro Tag. Auch Kasos, Kozani und Nea Anchialos blieben im vergangenen Jahr unter 10.000 Passagieren. Die Insel Kastelorizo mit etwa 400 Einwohnern wird im Winter lediglich ein- bis zweimal pro Woche ab Rhodos bedient.
Nach Angaben des "Handelsblatts" rechnen sich solche Verbindungen für die griechischen Inlandscarrier Olympic Air und Sky Express nur dank staatlicher Zuschüsse. Die Zeitung sieht die Aufgabe des künftigen Betreibers darin, Investitionen in die Infrastruktur mit der Gewinnung neuer Strecken zu verknüpfen.
Fraport Greece steigert Umsatz und Gewinn
In Griechenland ist Fraport bereits seit 2017 aktiv. Die Tochter Fraport Greece betreibt 14 Regionalflughäfen, darunter Thessaloniki sowie die Urlaubsziele Santorini, Mykonos, Rhodos, Kos und Korfu. Der Konzern hat dort nach eigenen Angaben etwa zwei Milliarden Euro investiert.
Im ersten Halbjahr erzielte Fraport Greece einen Umsatz von 203,3 Millionen Euro, ein Plus von 7,1 Prozent. Das Ebitda erreichte 86,5 Millionen Euro und lag damit 10,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich blieben 11,6 Millionen Euro, nach 4,3 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2025. Die 14 Flughäfen zählten im Halbjahr rund 13,7 Millionen Passagiere und damit 5,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rund 10,1 Millionen davon reisten international. Für das Gesamtjahr erwartet Fraport etwa 38,7 Millionen Fluggäste.
Mitte des Jahres war mit Kalamata auf dem Peloponnes ein 15. griechischer Flughafen hinzugekommen. Den Standort hatte Fraport gemeinsam mit Delta Airport Investments und Pileas, einem Unternehmen der Constantakopoulos-Gruppe, für 40 Jahre übernommen. Geplant sind Investitionen von rund 125 Millionen Euro, unter anderem in ein neues Terminal und ein größeres Vorfeld. Bis 2030 soll die Zahl der Fluggäste von 380.000 im Jahr 2025 auf etwa 700.000 jährlich steigen.
