Die Lufthansa-Tochter Eurowings baut ihr Berliner Angebot aus. Zum Winterflugplan werden zwei zusätzliche Maschinen am BER stationiert, womit die Flotte dort auf elf Flugzeuge anwächst. Die Lufthansa-Gruppe stellt damit rund 30 Prozent aller Verbindungen von und nach Berlin.
Als neues Ziel kommt Bologna hinzu – eine bisherige Ryanair-Destination. Zudem weitet Eurowings das Angebot auf die Kanarischen Inseln aus: Die Verbindungen nach Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa werden ausgebaut. Insgesamt fliegt Eurowings vom BER dann knapp 50 Ziele an. Mehr als 300 Crew-Mitglieder sind den Berliner Flugzeugen zugeordnet.
Hintergrund ist der angekündigte Rückzug von Ryanair aus Berlin. Die irische Fluggesellschaft hatte Ende April mitgeteilt, ihre sieben fest stationierten Maschinen am BER abzuziehen und das Winter-Flugangebot in der Hauptstadt zu halbieren. Als Begründung nannte Ryanair zu hohe staatliche Steuern, Gebühren sowie steigende Flughafenentgelte. Die Gewerkschaft Verdi wertet den Rückzug hingegen eher als Reaktion auf die Gründung eines Standort-Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air.
Lufthansa-Gruppe als Marktführer in Berlin
Mit dem Ausbau wächst die Präsenz der Lufthansa-Gruppe als Marktführer in der Hauptstadt. Neben Eurowings fliegen auch Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Sun Express regelmäßig von und nach Berlin. Die größten Konkurrenten Easyjet – ebenfalls mit elf Jets am BER vertreten – und Ryanair haben ihr Programm in den vergangenen Jahren zurückgefahren.
Eurowings-Chef Max Kownatzki bekannte sich zum Standort: "Wir glauben an Berlin und sehen – allen Krisen zum Trotz – gute Perspektiven für den Standort."
Gleichzeitig übte Kownatzki Kritik an den Rahmenbedingungen für Airlines in Deutschland. "Die seit 2019 mehr als verdoppelten Steuern und Gebühren führen dazu, dass viele Airlines inzwischen einen Bogen um Deutschland machen. In Verbindung mit dem rapiden Anstieg der Kerosinkosten wirken sie wie ein Stoppschild für Investitionen in Deutschland", sagte der Eurowings-Chef.
An diesem Donnerstag berät der Bundestag über die geplante Absenkung der Luftverkehrsteuer. Ryanair unter anderem hatte die geplante Senkung als nicht ausreichend kritisiert. Die Airlines begrüßen den Schritt als ersten Ansatz, fordern aber weitere Entlastungen – auch Eurowings-Chef Kownatzki machte deutlich: "Berlin bietet viel Potenzial – für einen nachhaltigen Netzausbau brauchen Airlines aber wettbewerbsfähige Bedingungen."