Eurowings hat ihre Verbindungen nach Dubai, Tel Aviv und Erbil seit Beginn der Nahost-Eskalation Anfang dieses Jahres ausgesetzt und richtet sich nach den Sicherheitsempfehlungen des Lufthansa-Konzerns. Eine Wiederaufnahme im laufenden Sommerflugplan sei nicht absehbar, sagte CEO Max Kownatzki in einer digitalen Pressekonferenz.
Für Tel Aviv gilt die Streichung nach seinen Angaben auf unbestimmte Zeit, hieß es weiter.
Bei Dubai äußerte sich Kownatzki vorsichtig optimistisch: Ein Comeback im Winterflugplan 2026/2027 sei nicht ausgeschlossen.
Die Unterbrechung trifft eine Region, die Eurowings zuletzt strategisch ausgebaut hatte. Die Airline hatte das Nahost-Angebot ausgeweitet und die Premium-Business-Sitze auf alle acht Airbus A320 Neo eingerüstet – mit dem erklärten Ziel, Strecken in den Nahen Osten profitabler zu bedienen. Kownatzki erklärte, das Produkt sei weiterhin für genau dieses Segment konzipiert: Langstrecken in die Region, Premium-Leisure-Reisende sowie dezentrale Geschäftsreisende.
Ethnische Verkehre als Stabilitätsanker
Unabhängig von der aktuellen Sicherheitslage skizzierte Kownatzki eine veränderte Priorität für die Region: Der Fokus auf sogenannte ethnische Verkehre – Reisen zu Freunden und Verwandten – habe für Eurowings künftig größeres Gewicht. Dieses Kundensegment sei erfahrungsgemäß auch in geopolitisch instabilen Phasen stabil, sagte Kownatzki aus seiner Zeit als Sun-Express-Chef. "Die Mutter hat Geburtstag, die Schwester heiratet – dann ist man da."
Auf Nachfrage nannte Kownatzki als langfristiges Ziel ausdrücklich Syrien. Sobald die Infrastruktur vorhanden und die Sicherheitslage vertretbar sei, wolle Eurowings diesen Markt in Betracht ziehen. Er schränkte ein, es handle sich um einen "Long Shot" und eine Perspektive weit in der Zukunft. Auch Erbil stehe als Destination für ethnische Verkehre auf dem Radar der Airline.