Eurocontrol hat seine veraltete IT-Infrastruktur durch eine Cloud-native Plattform auf Basis von Red Hat "OpenShift" ersetzt. Wie die paneuropäische Organisation am Montag mitteilte, sollen damit die Voraussetzungen für KI-gestütztes Flugverkehrsmanagement und eine stärkere digitale Souveränität geschaffen werden.
Die Organisation mit 42 Mitgliedstaaten und Hauptsitz in Brüssel verwaltet das europäische Luftverkehrsnetz. Im Jahr 2025 koordinierte Eurocontrol elf Millionen Flüge. Angesichts eines prognostizierten Wachstums auf 12,4 Millionen Flüge jährlich bis 2031 seien die bisherigen Systeme, die teilweise 25 Jahre alt waren, nicht mehr ausreichend skalierbar gewesen, hieß es.
Kernstück der Modernisierung ist eine einheitliche Plattform, die Flug- und Verkehrsflussdaten über eine gemeinsame API-Architektur zusammenführt. Red Hat "OpenShift" dient dabei als technische Basis und ermöglicht es laut Eurocontrol, den Betrieb je nach Verkehrsaufkommen zwischen eigenen Rechenzentren und regionalen Cloud-Umgebungen zu verlagern. Der IT-Dienstleister Atos unterstützt die Umsetzung als Systemintegrator.
Ein wesentlicher Fortschritt betrifft den Angaben nach die Datenverarbeitungsgeschwindigkeit: Während die Vorgängersysteme bis zu drei Tage benötigten, um Daten für Analysen aufzubereiten, stünden diese nun in Echtzeit zur Verfügung. Das ermögliche es Luftraumnutzern, treibstoffeffizientere Routen kurzfristig zu ermitteln, so Eurocontrol.
Der Einsatz von Open-Source-Technologie solle sicherstellen, dass die Organisation ihre Cloud-Anbieter unabhängig wählen kann und vollständige Transparenz über den gesamten Technologie-Stack behält.
In einer ersten Migrationsphase werden Anwendungen der Europäischen Flugberatungsdienste umgestellt, darunter das Luftfahrtdatenmanagementsystem sowie Module für die Verwaltung konventioneller und digitaler Notams. Langfristig sollen auch das integrierte Flug- und Verkehrsflussmanagement sowie die Benutzeroberfläche für Netzwerkmanager auf die neue Plattform migriert werden.