Emirates will Passagiere, die wegen des Iran-Kriegs mit Buchungen zögern, mit Sonderanreizen zurückgewinnen – allerdings nicht über niedrigere Ticketpreise. Das sagte Emirates-Präsident Tim Clark.
Stattdessen wolle die staatlich unterstützte Airline "alle möglichen Anreize außer dem Preis" bieten, sagte Clark am Rande eines Branchengipfels in Berlin. Dazu zählten neue Maßnahmen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit sowie Garantien bei Flugausfällen. "Wir kümmern uns um all das, einschließlich der Beförderung auf anderen Airlines, falls nötig, um Passagiere nach Hause zu bringen oder Kinder in die Schule zu bekommen", sagte Clark.
Emirates führe Gespräche mit Regierungen und Behörden, um Beschränkungen des Luftraums über dem Nahen Osten zu lockern, die durch den US-israelischen Krieg gegen Iran entstanden seien. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat Konfliktzonenwarnungen herausgegeben und Airlines von Überflügen über Teile des Golfs und des Nahen Ostens abgeraten.
"Wir sprechen mit ihnen", sagte Clark mit Blick auf die Regierungen der Region. "Wir verlassen uns darauf, dass die Regierungen bei ihren Reisewarnungen für den Nahen Osten etwas weniger restriktiv werden." Emirates stehe in engem Kontakt mit regionalen Behörden; der Informationsaustausch mit Airlines sei umfangreich, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Ölpreis verhindert Ticketpreissenkungen
Ticketpreissenkungen schloss Clark vorerst aus: "Der Ticketpreis hängt sehr stark davon ab, wo der Ölpreis steht, und derzeit schwankt er." Clark rechnet damit, dass der Ölpreis von derzeit rund 90 Dollar je Barrel mittelfristig auf rund 70 Dollar sinken werde – dann werde auch die Nachfrage zurückkehren.
Trotz des Konflikts hoffe Emirates noch auf eine gute Sommersaison. Allerdings seien die First-Class-Kabinen derzeit nur etwa halb belegt. Die Airline halte dennoch an ihrer Strategie fest, die Flugpläne trotz steigender Kosten aufrechtzuerhalten.