Die europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat Fluggesellschaften geraten, den Luftraum über Iran, Irak und Libanon nicht zu nutzen. Grund seien die anhaltenden Spannungen und die Möglichkeit weiterer militärischer Aktionen, nachdem die USA und Iran neue Angriffe ausgetauscht hätten, teilte die EASA mit. Das Bulletin für den Luftraum über den drei Ländern gelte bis zum 31. August.
Zugleich habe die Behörde ihr bisheriges Bulletin zurückgezogen, das Fluggesellschaften zur Vorsicht beim Betrieb im Luftraum über Bahrain, Kuwait, Israel, Jordanien, Katar, Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien aufgerufen hatte. Ob die EASA für diese Länder eine neue Empfehlung herausgeben werde, sei zunächst unklar gewesen.
Der aktuellen Warnung vorausgegangen war eine Erklärung der iranischen Revolutionsgarden, wonach diese US-Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait angegriffen hätten. Diese Angriffe folgten auf eine Serie von US-Militärschlägen gegen Iran, nachdem zuvor Tanker in der Straße von Hormus getroffen worden waren.
US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die USA würden entweder eine Vereinbarung mit Iran erzielen oder "den Job zu Ende bringen" und damit erneut mit einer militärischen Aktion gedroht.
Die EASA erklärte, die Umsetzung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran bleibe brüchig. Die Entscheidung für die Warnung beruhe auf dem "anhaltend hohen Spannungsniveau und der Möglichkeit weiterer militärischer Aktionen". Sollte die bestehende Waffenruhe zusammenbrechen, sei der iranische Luftraum nach Einschätzung der Behörde voraussichtlich "unmittelbaren Bedrohungen" ausgesetzt.