Bei dem jüngsten iranischen Drohnenangriff auf Kuwait sind am Flughafen der Hauptstadt ein Mensch getötet und weitere verletzt worden. Das teilten das Außen- sowie das Verteidigungsministerium des Golfstaats mit. Iranische Drohnen und Raketen hätten das Passagierterminal T1 getroffen und schwere Sachschäden verursacht, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Die insgesamt 63 Verletzten seien ärztlich behandelt worden.
Die Behörde für zivile Luftfahrt Kuwaits setzte daraufhin alle für Mittwoch geplanten Flüge aus. Maschinen wurden an andere Flughäfen umgeleitet. Am Flughafen wurde ein Notfallplan aktiviert. Bereits im März hatten Angriffe auf Flughäfen in Golfstaaten zu massiven Flugausfällen geführt.
US-Militär wehrt Drohnenwelle ab
Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom hatte zuvor mitgeteilt, der Iran habe in der Nacht zum Mittwoch unter anderem Kuwait angegriffen. Zwei iranische Raketen, die auf Kuwait abgefeuert worden seien, hätten ihr Ziel verfehlt oder seien auf dem Weg dorthin auseinandergebrochen, erklärte das US-Militär. Drei auf Bahrain abgefeuerte Raketen seien von US- und bahrainischen Streitkräften abgefangen worden.
Das US-Militär wehrte nach eigenen Angaben zudem eine "Welle iranischer Drohnen" ab, die Einrichtungen der US-Streitkräfte im Land zum Ziel gehabt hätten. Als Reaktion auf die Angriffe führten US-Streitkräfte eigenen Angaben zufolge Gegenschläge auf die iranische Insel Qeschm durch.
Flugverkehr in der Region seit Monaten beeinträchtigt
Der Flugverkehr im Nahost-Raum war im Zuge des Iran-Kriegs in den vergangenen Monaten bereits erheblich beeinträchtigt. Unmittelbar nach Kriegsbeginn waren Flughäfen in Dubai und Abu Dhabi bombardiert worden, woraufhin Emirates und Etihad ihren Betrieb vollständig einstellten. Im März waren Hunderttausende Reisende in der Region gestrandet und wurden teils mit Evakuierungsflügen in ihre Heimat geflogen. Eine Analyse der Lage vom März zeigte, dass Kuwait damals bereits 78 Prozent seiner Flüge gestrichen hatte.
Kuwait wurde im Verlauf des Konflikts bisher besonders schwer angegriffen. Die Streitkräfte des Landes erklärten, bereit zu sein, "jegliche Schritte" zu unternehmen, um Sicherheit und Stabilität des kleinen Golfstaats zu schützen.