Condor vereinheitlicht Regeln für Handgepäck und Koffer, © Condor
Handgepäck bei Condor : Eine Flugbegleiterin verstaut einen silbernen Trolley im Gepäckfach einer Condor-Kabine. Das Kabinenlicht ist warm, Sitzreihen und Fenster sind im Hintergrund zu sehen. © Condor
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Condor reformiert ihre Gepäckbestimmungen in zwei Schritten. Ab dem 1. Mai 2026 gilt für Handgepäck ein neues Einheitsmaß von 55 x 40 x 23 Zentimetern. Das ist in allen Tarifen außer dem Zero-Tarif inklusive.

Eine zusätzliche kleine Tasche, die einzig auch im Zero-Tarif inbegriffen ist, darf künftig 40 x 30 x 15 Zentimeter messen – bislang waren es 40 x 30 x 10 Zentimeter.

Die neuen Regeln gelten für alle Ziele im Streckennetz der Airline, wie das Unternehmen mitteilte.

Keine Veränderungen gibt es bei den Preisen für zusätzliches Handgepäck, wie Condor auf Rückfrage bestätigte. Aktuell kostet ein zusätzliches Handgepäckstück je nach Strecke 9,99 bis 29,99 Euro extra. Unverändert bleibt auch das zulässige Gesamtgewicht für Handgepäck: In den meisten Tarifen auf der Kurz- und Mittelstrecke gilt aktuell eine Obergrenze von acht Kilogramm, auf der Langstrecke in Premium und Business zwischen zehn und 16 Kilos.

Mehr Aufgebegepäck

Änderungen bei den Gewichtsgrenzen plant Condor aber beim Aufgebegepäck. Ab dem 1. Mai 2027 erhöht Condor die Freigepäckgewichte im Aufgabebereich. In der Economy Class steigt das in entsprechenden Tarifen enthaltene Gepäckstück von 20 auf 23 Kilogramm.

Passagiere in der Premium Economy dürfen künftig 32 Kilogramm statt bisher 25 Kilogramm einchecken. In der Business Class erweitert die Airline das Freigepäck auf zwei Stücke à 32 Kilogramm. Bislang war je ein Gepäckstück mit 30 Kilogramm zulässig.

Einheitliche Standards ersetzen streckenbezogene Regelungen

Mit den neuen Bestimmungen löst Condor ihre bisherigen zielabhängigen Gepäckregeln ab. Stattdessen gelten künftig streckenneutrale Standards auf dem gesamten Netz. Das soll laut Unternehmen insbesondere Umsteigeverbindungen in Verbindung mit Partnerairlines vereinfachen.

"Durch unsere Weiterentwicklung vom reinen Ferienflieger hin zu einer Netzwerkairline mit eigenem City-Netz und internationalen Partnerairlines ist die Angleichung unserer Gepäckrichtlinien an internationale Standards der nächste logische Schritt", sagte Christian Schmitt, Betriebsvorstand von Condor. "Mit den neuen Gepäckregelungen bieten wir unseren Gästen bessere Konditionen und weniger Komplexität, besonders bei Umsteigeverbindungen."

Hintergrund: Gepäckregeln unter Druck

Die Gepäckpolitik der europäischen Airlines steht seit Längerem unter regulatorischem Druck. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat gegen mehrere Fluggesellschaften Klage wegen Handgepäck-Gebühren erhoben und stützt sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2014. Demnach ist die Mitnahme von angemessenem Handgepäck ein unverzichtbarer Bestandteil der Beförderung – und damit keine gesondert berechenbare Zusatzleistung.

Vor diesem Hintergrund bewegen sich mehrere Airlines auf großzügigere Handgepäckregelungen zu. Ryanair hat im September 2025 an allen 235 europäischen Flughäfen größere kostenlose Handgepäckstücke eingeführt – mit einem Maß von 40 x 30 x 20 Zentimetern, das nach Unternehmensangaben 33 Prozent über dem bisherigen EU-Standard liegt.

Die Lufthansa Group geht einen ähnlichen Weg: Sie hat Ende April mit dem Economy-Basic-Tarif eine neue Einstiegsstufe auf der Kurz- und Mittelstrecke eingeführt, die lediglich ein kleines persönliches Gepäckstück umfasst. Normales Handgepäck und Aufgabegepäck müssen in diesem Tarif gegen Aufpreis hinzugebucht werden.

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Titelbild: airliners+ Magazin 24/2026
Warten auf den Flieger nach Haneda, © Privat/Andreas Sebayang
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