Bei Condor wird der langjährige Senior Director Commercial Jens Boyd das Unternehmen verlassen. Sein Abgang fällt mit der Berufung von Pierre Dominique Prümm als neuem Chief Commercial Officer (CCO) zusammen, dessen Position im Vorstand neu geschaffen wurde.
Boyd habe nach fast 20 Jahren bei Condor entschieden, ein neues berufliches Kapitel aufzuschlagen und sich künftig näher an seiner Familie in den USA zu orientieren, bestätigte eine Sprecherin der Airline die Personalie auf Anfrage von airliners.de.
Er werde seine Aufgaben bis zum Antritt des neuen CCO im August unverändert weiterführen und danach die Übergabe begleiten, hieß es zudem in einer internen Mitteilung des Unternehmens, die airliners.de vorliegt.
Aufgaben wandern auf Vorstandsebene
Boyd, bislang kein Vorstand aber Mitglied des Condor Executive Committee, hatte die kommerziellen Aufgaben bei der Condor als Abteilungsleiter verantwortet. Mit dem Wechsel des Geschäftsfelds auf die Vorstandsebene werden diese Aufgaben künftig aber durch einen Geschäftsführer wahrgenommen.
Pierre Dominique Prümm. : Ein lächelnder Mann im dunklen Anzug steht vor einem blau-weißen Flugzeugleitwerk mit großem Logo und der Aufschrift „est. 1956“. Der Hintergrund ist hell und gleichmäßig, das Bild wirkt wie ein professionelles Porträt. © Condor
Der neue CCO Prümm war in die Condor-Geschäftsführung berufen worden und übernimmt zum 1. August die Bereiche Network und Partnerships, Revenue Management, Cargo, Sales und E-Commerce.
Mit dem Ausbau der innereuropäischen Zubringerverbindungen entwickle sich die Condor zu einer Netzwerk-Airline, heißt es zur Begründung des neuen Postens. Dies erhöhe die Anforderungen an Steuerung und strategische Weiterentwicklung im kommerziellen Bereich erheblich.
Prümm war zuletzt Vorstand für Aviation und Infrastruktur bei der Fraport und galt dort als Kandidat für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Stefan Schulte.
Die personellen Wechsel fallen in bei Condor eine Phase der Unsicherheit. Condor hatte zuletzt höhere Verluste ausgewiesen und ihren Bilanzierungsstandard gewechselt.
Nach mehreren Rückschlägen – angefangen bei der Pleite der ehemaligen Mutter Thomas Cook über Corona und die Kündigung einer wichtigen Zubringer-Partnerschaft seitens der Lufthansa – sucht Condor aktuell ihren Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ende September laufen staatliche Hilfen für die Airline aus.