Cargologic Germany erhält wohl deutsches AOC, © Cargologic Germany
Eine Boeing 737-400 der Cargologic Germany am Flughafen Leipzig/Halle. © Cargologic Germany
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Die neue Fracht-Airline Cargologic Germany wird die Betriebserlaubnis vom Luftfahrtbundesamt (LBA) erhalten. Das teilte die sächsische Staatskanzlei laut dpa am Freitag mit. Damit kann der deutsche Ableger der russischen Volga-Dnepr-Gruppe den Betrieb aufnehmen. Beim LBA ist die neue Fluggesellschaft allerdings noch nicht in der Betreiberliste aufgeführt, die Airline selbst teilte auf airliners.de-Anfrage mit, kurz vor der Zulassung zu stehen.

Cargo Logic Germany (CLG) wird zunächst zwei von Passagier- zu Frachtflugzeugen (P2F) umgebaute und geleaste Boeing 737-400F einsetzen. Ende des Jahres beziehungsweise ab Anfang 2020 sollen drei weitere Frachter dieses Boeing-Baumusters folgen. Die Airline will sich auf die Beförderung von Sendungen im schnell wachsenden E-Commerce-Handelssegment spezialisieren. Das Streckennetz soll den Angaben nach aus innereuropäischen Kurz- und Mittelstrecken bestehen.

Start deutlich verzögert

Ursprünglich wollte die neue Frachtgesellschaft bereits Mitte Februar den Betrieb ab Leipzig/Halle aufnehmen. Die beiden Maschinen stehen schon seit einiger Zeit an ihrem Heimatflughafen in Leipzig/Halle. Jedoch dauerte die Prüfung durch das LBA deutlich länger, als Geschäftsführer Ulrich Ogiermann ursprünglich geplant hatte.

© Cargologic Germany, Lesen Sie auch: Cargo Logic Germany will im Juli abheben

Dennoch läuft die deutsche Konkurrenz gegen die neue Frachtgesellschaft Sturm. Dabei geht es um die russischen Wurzeln der Cargologic Germany, die nach Auslegung der Konkurrenz lediglich ein Ableger der Volga-Dnepr Airlines ist. Ogiermann betonte jedoch in der Vergangenheit wiederholt, dass die Airline rechtlich und kommerziell völlig eigenständig sei.

Deutsche Konkurrenz befürchtet russische Einflussnahme

Hintergrund der Befürchtungen ist, dass mit Cargologic Germany eine russisch kontrollierte Airline an den Verhandlungen um Luftverkehrsrechte zwischen Deutschland und Russland mit am Tisch sitzen könnte. "Die deutsche Regierung würde zum Steigbügelhalter russischer Expansionspläne im europäischen Luftverkehr, wenn sie Cargologic ein deutsches AOC erteilen würde", warnte daher Michael Engel, Hauptgeschäftsführer des deutschen Airline-Verbands BDF bereits im Juni.

Auch Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber ist daher bei der Einhaltung der Eigentümerregularien für eine "Mindestgröße", wie er im Gespräch mit airliners.de sagte. Solange für den internationalen Luftverkehr keine weltweit einheitlichen Rahmenbedingungen sichergestellt seien, beispielsweise über die Welthandelsorganisation, müsse die Vergabe von Verkehrsrechten behutsam erfolgen.

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