Die Bundesregierung sieht trotz des Nahost-Krieges keine Versorgungsengpässe bei Kerosin an deutschen Flughäfen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe am Mittwoch im Kabinett festgestellt, dass es kein Problem gebe, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Es gebe keine Veranlassung, in den Krisenmodus zu schalten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte zuvor auf Wunsch des Kabinetts einen ausführlichen Bericht zur Energiesicherheit gegeben. Demnach spürt Deutschland die Lieferprobleme durch die Straße von Hormus – eine Meerenge zwischen dem Iran und Oman – über höhere Weltmarktpreise, ohne dass jedoch ein akutes Versorgungsproblem bestehe.
"Auch beim Thema Kerosin können wir aktuell keinen Versorgungsengpass feststellen", zitierte Kornelius aus dem Kabinettsbericht. Zwar gebe es einen deutlichen Preisanstieg, jedoch keine Engpässe an den Flughäfen. Die Reserven seien "beruhigend ausreichend". Der Tankrabatt wirke zudem sehr weitgehend. Beim Gas könne der Wegfall von Lieferungen aus Katar kompensiert werden.
Auch auf europäischer Ebene gibt es vorerst Entwarnung: EU-Energiekommissar Dan Jorgensen erklärte am Mittwoch in Paris, die EU rechne kurzfristig nicht mit einem ernsthaften Versorgungsproblem beim Kerosin. Auf längere Sicht könnten Lieferprobleme jedoch nicht ausgeschlossen werden – abhängig von der weiteren Entwicklung der Lage im Nahen Osten.