Boeing stellt den Vertrieb seiner Verkehrsflugzeuge neu auf. Brad McMullen, als Senior Vice President für den weltweiten Vertrieb und das Marketing zuständig, geht im Dezember in den Ruhestand. Nachfolger wird Ryan Weir, der derzeit das Geschäft in Nordamerika verantwortet. Das geht aus einem internen Memo hervor.
"Brad stand an vorderster Front unserer Bemühungen, im Markt erfolgreich zu sein, indem wir tiefe und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Kunden aufbauen", schrieb Stephanie Pope, Vorstandsvorsitzende der Zivilflugzeugsparte Boeing Commercial Airplanes, in dem Schreiben.
McMullen hatte die kommerzielle Erholung des Herstellers nach dem Vorfall von 2024 angeführt, bei dem im Flug ein Door Plug aus dem Rumpf gebrochen war. Er galt als maßgeblich dafür, die verunsicherten Airlines zu beruhigen.
Vor seiner Zeit als Vertriebschef für Nordamerika war Weir laut dem Memo für den Vertrieb in Indien und Südasien zuständig. Zudem verantwortete er das Geschäft mit den weltweiten Leasinggesellschaften.
Boeing gewinnt das Auftragsrennen 2025
Gestützt auf eine Reihe von Abschlüssen, die mit Auslandsreisen von US-Präsident Donald Trump zusammenfielen, hatte Boeing 2025 erstmals seit sieben Jahren mehr Bestellungen gesammelt als Airbus. Das Ergebnis gilt als Zeichen einer beginnenden Trendwende bei dem US-Hersteller nach mehreren aufeinanderfolgenden Krisen.
Stark gefragt ist derzeit der Großraumjet Boeing 787. Bei reichweitenstarken Schmalrumpfflugzeugen wie dem Airbus A321 Neo liegt Boeing dagegen weiter hinter dem europäischen Konkurrenten. Diese strategische Lücke will der Hersteller mit der Boeing 737 Max 10 schließen, deren Zulassung bevorsteht.
