Boeing hat der Gewerkschaft Speea (Society of Professional Engineering Employees in Aerospace) ein neues Vertragsangebot unterbreitet. Das teilte der US-Flugzeughersteller mit. Speea vertritt rund 17.000 Ingenieure und technische Mitarbeiter in der Verkehrsflugzeugsparte des Konzerns.
Das Verhandlungsteam von Speea hat den Vorschlag bereits unterstützt, wie aus einem Beitrag auf der Webseite der Gewerkschaft hervorgeht. Einzelheiten des Angebots sind zunächst nicht bekannt.
Das Verhandlungsteam erklärte in einer Mitteilung, der Vorschlag biete der Mitgliedschaft "echten und bedeutenden Mehrwert", sorge für "spürbare Verbesserungen bei der Balance zwischen Arbeit und Privatleben" und erfülle "die Prioritäten der Mitglieder".
Die Gewerkschaftsvertreter der Ingenieurs- und Techniker-Tarifeinheiten wollen die Konditionen nun prüfen und in der kommenden Woche eine Empfehlung an die Mitglieder aussprechen. Der aktuelle Speea-Tarifvertrag läuft am 6. Oktober aus.
Streikrisiko und Vorgeschichte
Ein Streik könnte die Zertifizierungskampagnen für die Boeing 737 Max 10 sowie für die Boeing 777-9 weiter verzögern. Boeing liegt bei der ingenieurintensiven Zertifizierungsarbeit bereits seit Jahren hinter dem Zeitplan zurück.
Es ist bereits die dritte große Tarifverhandlung des Konzerns innerhalb von drei Jahren. Die beiden vorherigen Abschlüsse – mit den Beschäftigten der Verkehrsflugzeugsparte sowie mit einer separaten Tarifeinheit der Rüstungssparte, beide vertreten von der International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM) – kamen erst nach langen Streiks zustande.
Im Januar hatte Boeing bereits einen Tarifvertrag mit rund 1600 Speea-Mitgliedern am ehemaligen Standort von Spirit Aerosystems in Wichita, Kansas, erzielt. Der Vertrag enthielt eine Ratifizierungsprämie von 6000 Dollar (rund 5200 Euro), jährliche Lohnerhöhungen, Verbesserungen bei Kranken- und Altersvorsorgeleistungen sowie sechs zusätzliche freie Tage pro Jahr.