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Gehaltsverlust für Piloten ist größer als auf dem Papier

Trotz massiver Verkehrsrückgänge konnten bislang über 90 Prozent der Arbeitsplätze in den Cockpits deutscher Fluggesellschaften erhalten werden. Dennoch gibt es Einschnitte. Ein detaillierter Überblick zur aktuellen Arbeitsmarkt- und Tarifsituation.

Ein Pilot in Uniform. © dpa / Valentin Gensch

Dass Sars-COV-2 die Luftfahrt sehr hart getroffen hat, ist inzwischen allgemein bekannt und kann durch die geringe Zahl der Kondensstreifen am Himmel einfach bestätigt werden. Seit Monaten versuchen sich Fachleute beispielsweise von der Iata, Icao und Eurocontrol daran, wenigstens einigermaßen zuverlässig zu prognostizieren, wie und wann sich der Luftverkehrsmarkt wieder erholt. Kennzahlen vergleichbarer Situationen liegen praktisch nicht vor und Trendanalogien sind zum Beispiel durch sich ändernden Infektionszahlen, Virus-Mutationen und Impferfolgsprognosen ständig zu korrigieren.

Vor diesem Hintergrund mussten und müssen Airlines versuchen zu überleben, und das für leider immer noch unbestimmte Zeit. Sie erschließen sich alternative Geldquellen und reduzieren die Kosten immer weiter. Die Hauptkostenblöcke stehen dabei im Vordergrund.

Flugsicherungs-, Lande- und Abfertigungsgebühren (etwa 15 Prozent) sowie Treibstoffkosten (etwa 25 Prozent) reduzieren sich bei Verkehrseinbrüchen automatisch, wobei die meisten Airlines den Treibstoffpreis für 2020 kostentreibend viel zu hoch abgesichert hatten, weil der Preisverfall durch den Markteinbruch unmöglich vorhersehbar war (Lufthansa-Konzernverlust allein durch das Fuel-Hedging bis Ende 3. Quartal 2020: 764 Millionen Euro).

Bleiben die Personalkosten, die etwa 15 bis 25 Prozent der Airline-Kosten ausmachen. Deren Reduktion steht bei schlechter Geschäftslage immer im Vordergrund, weil sie leichter beeinflussbar sind als die oben genannten Positionen oder auch die Leasing-Gebühren.

Bislang konnten über 90 Prozent der Arbeitsplätze erhalten werden

Sehr positiv zu bewerten ist, dass es gesetzliche Regelungen und Kollektivvereinbarungen hierzulande trotz Markteinbruch von bis zu 70 Prozent und mehr bislang schaffen, etwa 90+ Prozent der Arbeitsplätze zu erhalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wenn man zum Beispiel in die USA blickt, wo die Beschäftigtenzahl der Airlines im Dezember 2020 nach dem Abbau von 90.000 Arbeitsplätzen (über 32.000 davon seit Anfang Oktober 2020) den niedrigsten Stand der letzten mehr als 30 Jahre erreichte.

Erst Ende 2020 wurde die zwischen Trump, Demokraten und Republikanern seit Ende September strittige US-COVID19-Hilfe für die Wirtschaft beschlossen (etwa 15 Milliarden US-Dollar davon als Airline "Payroll Support" - vergleichbar mit staatlichem KUG), wodurch die genannten 32.000 Airline-Beschäftigten wieder eingestellt werden können.

Von: Eckhard Bergmann Jetzt Gastautor werden

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