American Airlines will mehr Premium-Sitze anbieten und Bildschirme in den Rückenlehnen ihrer Schmalrumpfjets wieder einführen, wie die Fluggesellschaft bekannt gab. Damit setzt die Airline verstärkt auf zahlungskräftige Reisende, um die deutliche Gewinnlücke zu Delta Air Lines und United Airlines zu verringern.
Konzernchef Robert Isom hat die Premium-Aufwertungen zuletzt vorangetrieben, um die Erträge von American Airlines zu steigern, während sich die US-Fluggesellschaften zunehmend aggressiver um Premium-Umsätze bemühen.
Der Anteil an Premium-Sitzen auf Schmalrumpfjets soll in den kommenden Jahren von derzeit rund 25 Prozent auf etwa 40 Prozent steigen. Die Airline will mehr First-Class-Sitze sowie Sitze mit zusätzlicher Beinfreiheit in der Hauptkabine einführen, sobald Flugzeuge umgerüstet werden und neue Jets zur Flotte stoßen.
American Airlines erwirtschaftete mit Premium-Reisenden im zweiten Quartal fast die Hälfte des Ticketumsatzes, obwohl sie nur rund 30 Prozent der Sitze belegten.
Die Fluggesellschaft liegt bei der Profitabilität weiterhin hinter Delta und United zurück, was den Druck auf Isom erhöht, die Lücke zu schließen. Die Flugbegleitergewerkschaft hatte bereits Anfang des Jahres einen Führungswechsel gefordert. Auch die Pilotengewerkschaft hatte infrage gestellt, ob das derzeitige Management die nötige Verbesserung liefern kann.
American Airlines rechnet in diesem Jahr mit einem in etwa ausgeglichenen Ergebnis, während Delta und United solide Gewinne prognostizieren. Isom hatte vergangene Woche die Unternehmensführung umgebaut und eine "bedeutende Lücke" zwischen der aktuellen Leistung des Unternehmens und dem eigenen Anspruch eingeräumt.
Rückkehr der Bildschirme in den Rückenlehnen
Die Rückkehr der Bildschirme in den Rückenlehnen markiert eine Kehrtwende in der bisherigen Unterhaltungsstrategie von American Airlines. Die Fluggesellschaft hatte vor knapp zehn Jahren begonnen, sich von den Bildschirmen zu verabschieden. Die Airline hatte als Begründung angeführt, dass Passagiere stattdessen Filme und Fernsehsendungen auf eigenen Geräten schauen würden.
Die Kundenpräferenzen hätten sich seither verändert, teilte die Airline mit. Das gilt insbesondere für jüngere Reisende, die zunehmend zusätzlich zu ihren eigenen Geräten größere Bildschirme wünschten. Fortschritte bei schnellem Satelliten-Wlan hätten zudem ein stärker vernetztes und persönlicheres Bordangebot ermöglicht.
Die Fluggesellschaft rechnet damit, dass letztlich mehr als 800 Schmalrumpfjets mit Bildschirmen in den Rückenlehnen ausgestattet sein werden. Die Umrüstung soll 2028 beginnen und in den frühen 2030er-Jahren abgeschlossen sein. Neue Airbus- und Boeing-Maschinen mit entsprechenden Bildschirmen sollen ebenfalls ab 2028 eintreffen.
American Airlines verfügt bereits über mehr als 140 Großraumflugzeuge und Airbus A321 XLR mit Bildschirmen in den Rückenlehnen. Wie viel das Unternehmen für das Programm auszugeben plant, wollte es nicht mitteilen.