American Airlines hat ein Interesse an einer Fusion mit United Airlines zurückgewiesen und erklärt, diesbezügliche Gespräche hätten nicht stattgefunden. Das teilte die Fluggesellschaft am vergangenen Freitag mit und dämpfte damit Spekulationen über einen branchenverändernden Zusammenschluss, der ohnehin strengster regulatorischer Überprüfung ausgesetzt gewesen wäre.
"Während Veränderungen im breiteren Airline-Markt notwendig sein mögen, wäre eine Kombination mit United negativ für den Wettbewerb und für Verbraucher", erklärte American Airlines.
Ein solches Vorhaben stehe zudem im Widerspruch zu ihrer Einschätzung des kartellrechtlichen Ansatzes der Trump-Regierung. United Airlines wollte sich nicht äußern, das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.
United-Chef warb bei Trump für Fusion
United-Airlines-Chef Scott Kirby hatte den möglichen Zusammenschluss mit American Airlines bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump Ende Februar ins Gespräch gebracht. Das Treffen fand drei Tage vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran statt, der die Kerosinpreise in die Höhe trieb und Airlines dazu veranlasste, Ticketpreise und Gebühren zu erhöhen.
Kirby soll Regierungsvertretern gegenüber argumentiert haben, eine fusionierte Airline wäre ein stärkerer Konkurrent auf internationalen Märkten – ein Argument, das an die Fokussierung der Trump-Regierung auf US-Handelsdefizite anknüpft.
Aus Kreisen, die dem Weißen Haus nahestehen, verlautete gegenüber Reuters jedoch bereits Skepsis gegenüber einem solchen Zusammenschluss, angesichts möglicher Auswirkungen auf Wettbewerb und Ticketpreise in einer Zeit, in der die Regierung die steigenden Lebenshaltungskosten im Blick auf die Zwischenwahlen im November im Auge behält.
Regulatorische Hürden wären hoch gewesen
Ein Zusammenschluss der beiden größten US-Netzwerkcarrier wäre die größte Konsolidierung der Branche seit mehr als einem Jahrzehnt gewesen. Der US-Inlandsmarkt wird bereits von vier annähernd gleich großen Anbietern dominiert.
Nach Daten von OAG waren United und American im Jahr 2025 gemessen an der verfügbaren Kapazität bereits die zwei größten Fluggesellschaften der Welt.
Analysten und Branchenvertreter hatten die Aussichten auf eine Genehmigung dennoch als gering eingeschätzt. Regulatoren, Gewerkschaften und Verbraucherschützer hätten dem Vorhaben kritisch gegenübergestanden. Hinzu käme eine erhebliche Streckenüberschneidung beider Airlines, unter anderem am Chicagoer Flughafen O'Hare und an wichtigen Drehkreuzen in Texas.