Airlink hat den geplanten Formationsflug vor der Rugby-Begegnung zwischen Südafrika und Neuseeland am Samstag im Johannesburger FNB-Stadion abgesagt. Die südafrikanische Fluggesellschaft begründete die Absage mit einer ungünstigen Wetterprognose.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Südafrikas Zivilluftfahrtbehörde SACAA noch einen ähnlichen, international kritisierten Überflug prüft, den zwei Airlink-Maschinen bereits am vergangenen Samstag über einem Stadion in Kapstadt gezeigt hatten.
Den Antrag für den Formationsflug habe Airlink zurückgezogen, teilte die Fluggesellschaft mit. Es wäre der nächste öffentlichkeitswirksame Auftritt vor dem in der Serie "Rugby's Greatest Rivalry" mit 1:1 ausgeglichenen Duell zwischen den Springboks und den All Blacks gewesen. Airlink-Vorstandsvorsitzender de Villiers Engelbrecht sagte: "Obwohl wir das große Interesse an einem Überflug beim FNB-Stadion an diesem Wochenende ebenfalls wahrgenommen haben, deutet die Wettervorhersage auf ungünstige Bedingungen für eine sichere Formationsflugshow hin."
SACAA prüft weiter, Airlink verteidigt sich
Bei dem Überflug am 29. August waren zwei Embraer-Jets von Airlink kurz vor dem zweiten Rugby-Test zwischen Südafrika und Neuseeland in Formation über das mit 58.000 Zuschauern besetzte DHL-Stadion in Kapstadt geflogen. Nach Daten der Flugverfolgungs-Webseite "Flightradar24" sank die Flughöhe einer der Maschinen zeitweise auf 12,5 bis 14 Meter über dem Stadiondach.
Die SACAA nahm danach Kontakt zu Airlink auf und forderte die Auswertung der Flugdatenschreiber sowie weitere Informationen an. SACAA-Verantwortliche Phindiwe Gwebu sagte: "Wir führen derzeit eine Konformitätsprüfung durch, um uns zu vergewissern, dass sämtliche Sicherheitsprotokolle von der Besatzung eingehalten wurden."
Airlink teilte mit, es habe die Daten freiwillig zur Verfügung gestellt. Der Überflug sei sicher durchgeführt worden, erklärte das Unternehmen. Die Besatzungen hätten aus jeweils drei erfahrenen Kapitänen mit zusammen 75.000 Flugstunden Erfahrung bestanden.
Airlink, an der Qatar Airways einen Anteil von 25 Prozent hält, ist Sponsor der südafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft, der Springboks. Die Fluggesellschaft kooperiert zudem mit Turkish Airlines bei einem Codeshare-Abkommen für Afrika.