Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus plant im Rahmen einer Umstrukturierung den Abbau von bis zu 500 Stellen. Als Gründe nannte das Unternehmen hohe Kosten und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, da die Branche wegen des US-iranischen Kriegs mit stark steigenden Ölpreisen zu kämpfen habe.
Die Fluggesellschaft habe die Zahl der Führungspositionen bereits um ein Viertel reduziert und wolle die übrigen Personalkosten um einen ähnlichen Anteil senken, teilte Aer Lingus mit. Zugleich plane das Unternehmen Anpassungen im Streckennetz, um Flüge mit geringerer Marge zu streichen.
Das Gesamtflugvolumen solle dadurch um sechs Prozent sinken, betroffen seien sowohl Lang- als auch Kurzstrecken. Aer Lingus konzentriere sich zudem darauf, die Kosten bei Zulieferern zu senken.
Gewinnwarnung der Muttergesellschaft
Die Maßnahmen folgen auf eine Gewinnwarnung der Muttergesellschaft IAG im Mai. Der Konzern hatte damals gewarnt, dass hohe Kerosinkosten und kriegsbedingte Lieferengpässe die Erträge stärker belasten würden als zuvor angenommen.
"Unsere beschleunigte Transformation soll [...] dafür sorgen, dass die Fluggesellschaft eine solide Investitionsmöglichkeit bleibt und die Turbulenzen in unserer Branche übersteht", sagte Vorstandsvorsitzende Lynne Embleton laut der Mitteilung.
Margenziele im Vergleich
Aer Lingus strebe mittelfristig eine operative Marge von zwölf bis 15 Prozent an, um Investoren zu gewinnen, teilte das Unternehmen mit. Die Airline betreibt mehr als 100 Strecken zwischen Europa und Nordamerika.
Die operative Marge lag 2025 bei 11,1 Prozent und damit niedriger als bei den ebenfalls zu IAG gehörenden Fluggesellschaften British Airways und Iberia, die jeweils mehr als 15 Prozent erzielten.