Ausgerechnet Ryanair-Boss Michael O'Leary moniert ein vermeintliches Kartellvergehen: Das Weat-Leasing von Lufthansa und Air Berlin dürfe auf keinen Fall genehmigt werden, sagte er. Dieses Geschäft sei ein "Witz" so O'Leary.
Inzwischen hat das Kartellamt über diesen O'Leary-Witz einmal kurz gelacht und die Anmietung der Air-Berlin-Flugzeuge durch Lufthansa als "übliches Geschäft" genehmigt. Genauso war es vorher auch von Luftfahrt-Experten eingeschätzt worden.
Es ist natürlich das gute Recht jedes Managers, gegen das Vorgehen von Konkurrenten zu protestieren. Aber nicht ohne Grund steht im ersten Satz dieser Kolumne "ausgerechnet Ryanair Boss Michael O'Leary", der seit Jahren mit seinen Geschäftspraktiken oft an der Grenze der Legalität arbeitet.
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Von keiner anderen Airline wurden die Buchungsabläufe auf der Webseite von den Verbraucherschützer so sehr bemängelt, wie auf jener von Ryanair. Die Zuschüsse diverser Flughäfen an Ryanair wurden von der EU-Kommission untersucht.
Aber am meisten regen mich die Vertragsverhältnisse von Ryanair mit deren Piloten auf. Der Streit von Lufthansa und Vereinigung Cockpit ist angesichts dessen fast grotesk. Nicht das Gehaltsniveau der einheimischen Airline runterziehen müsste das Gebot der Stunde sein, sondern Ryanair daran zu hindern, dass man mit solch absurden Personal Konstruktionen durch die Gegend fliegen darf.
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Aufregen könnte ich mich immer, wenn Ryanair an einem neuen Flughafen auftaucht und die Politik über mehr Wettbewerb jubelt. Die Arbeitsbedingungen der Ryanair-Beschäftigten, die die günstigen Angebote des irischen Billigfliegers erst ermöglichen, interessieren dabei nicht.
Und wenn dann ganz Schlaue - inklusive O'Leary persönlich - behaupten, "niemand wird gezwungen, bei Ryanair zu arbeiten", erinnert mich das sehr an den Spruch von Franz Beckenbauer: "Ich habe keinen Sklaven in Katar gesehen, laufen alle frei rum."
Auch Ryanair-Bäume wachsen nicht einfach so in den Himmel
Aber auch die Ryanair-Bäume wachsen nicht in den Himmel. "Ryanair nimmt jetzt auch Pauschalreisen ins Programm" hieß es noch vor kurzem. Inzwischen wegen absoluter Erfolgslosigkeit wieder eingestellt. Auch die angekündigten Langstrecken-Pläne werden gerade wieder im O'Leary-Fantasiehimmel begraben. Und direkt aus diesem Fantasiehimmel wurde mal wieder hervorgeholt, "eines Tages sollen alle Tickets kostenlos sein".
Obwohl, lieber Herr O'Leary, der richtige Kracher wäre das nicht. Im April 2008 zahlte Flybe 172 Personen jeweils 80 Pfund, damit sie von Dublin nach Norwich und zurückfliegen. Hintergrund: Flybe hatte dem Flughafen Norwich versprochen, innerhalb eines definierten Zeitraumes 15.000 Fluggäste zu bringen. Kurz vor dem Stichtag waren es leider nur 14.828 - so ein Mist aber auch. Dummerweise hatte man für das Nichterreichen dieser Zahl eine Vertragsstrafe von 500.000 Euro vereinbart. Sehr leichtsinnig.
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Also schaltete Flybe eine Anzeige auf der Webseite einer Künstlervermittlungsagentur: "Bezahlte Statisten ab 16 Jahren gesucht: Sie werden ein Flugzeug nach Dublin besteigen und anschließend nach Norwich zurückfliegen. Gage: 80 britische Pfund." Meines Wissens der erste Flug, bei dem das Ticket nicht nur kostenlos war, sondern es sogar noch Geld dazu gab.
Dummerweise haben die Flughafenmanager von Norwich diese Anzeige auch gelesen. Reaktion des Flughafens: bezahlte Künstler gehören ins Theater und nicht in eine Flugstatistik. Pech gehabt.
Merke, Michael O'Leary: Zwischen "super clever" und "in die eigene Grube fallen" ist es oftmals nur ein kurzer Weg.
Als Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "