Small-Planet-Piloten könnten im Wet-Lease für Eurowings fliegen

Exklusiv 31.10.2018 - 17:07 0 Kommentare

Das Management der deutschen Small Planet hilft bei der Jobsuche und vermittelt eine Airline, die schon bald für Eurowings abhebt. Indes ist klar, dass der Ferienflieger noch am Mittwoch die Kündigungen verschicken müssen.

Leitwerk einer Maschine der Small Planet Airlines. - © © AirTeamImages.com - Jan Severijns

Leitwerk einer Maschine der Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com /Jan Severijns

Das Management der insolventen Small Planet Deutschland hilft ihren Piloten bei der Jobsuche. "Wir haben mit der tschechischen Travel Service Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung von euch diskutiert", schrieb CCO Oliver Pawel an die Flugzeugführer. Nach airliners.de-Informationen will Travel Service bald im Wet-Lease für Eurowings fliegen.

"Dabei handelt es sich um ein ACMI-Geschäft für eine deutsche Airline", heißt es in dem Schreiben. Konkret geht es um fünf A320-Jets, die Travel Service ab Dezember in Stuttgart stationieren will. Dass Travel Service auf dem deutschen Markt operieren will, ist in der Branche ein offenes Geheimnis.

AOGs machten Small Planet zu schaffen

Eurowings hatte am Flughafen Stuttgart im Sommer nach eigenen Angaben 20 Maschinen stationiert, "die aus der Eurowings Gruppe operiert wurden". Zu Wachstumsplänen am schwäbischen Airport heißt es auf Anfrage: "Aktuell konzentrieren wir uns auf die Maßnahmen und die Projekte, mit denen wir unsere Performance verbessert haben und auch weiterhin verbessern werden."

Denn die Lufthansa-Tochter hatte in diesem Sommer - wie alle Airlines - mit immensen Problemen zu kämpfen. Neben der Integration von rund 80 ehemaligen Air-Berlin-Jets und der Rekrutierung tausender Crews erschwerten vor allem Unwetter und Fluglotsenstreiks die Operations.

© AirTeamImages.com/Ralf Meyermann, Chris Jilli (2), HAMFive. Adrian Jack, Carl Ford (2) u.a. [M], Lesen Sie auch: So performten die Airlines im Sommer Bilanz

Im Fall der deutschen Small Planet kamen noch einige AOGs hinzu, die auch die beiden Reservemaschinen betrafen. Daher musste der Ferienflieger auf teure Subcharter ausweichen, die die Charter-Airline unter anderem zusammen mit den Entschädigungszahlungen für Verspätungen und Ausfälle in die Knie zwangen.

Management verhandelt mit VLM

Die Airline flog mit zuletzt zehn Maschinen im Auftrag für Reiseveranstalter wie Tui und Thomas Cook Warmwasserziele an. Doch das Ende des Betriebs ist in Sicht: Der letzte Flug von Small Planet findet am Donnerstagvormittag von Kos nach Hamburg statt. Für den Winter gibt es zurzeit keine weiteren Aufträge.

Zwar steht das deutsche Management nach airliners.de-Informationen in intensiven Verhandlungen mit VLMy, doch unterschrieben ist noch nichts. Daher wird Small Planet noch am Mittwoch Kündigungen zu Ende November an die rund 400 Mitarbeiter verschicken müssen.

Gehaltszahlungen könnten Masse schmälern

Dies hatte der Gläubigerausschuss entschieden. Denn andernfalls wären Entlassungen erst zu Ende Dezember möglich; da aber ab dem Zeitpunkt kein Insolvenzgeld mehr gezahlt wird, müsste Small Planet die Gehaltsforderungen selbst begleichen, was wiederum die Insolvenzmasse schmälert.

Small Planet Deutschland meldete Mitte September Insolvenz in Eigenregie an. Später flüchteten auch die polnische Schwester-Airline sowie der litauische Mutterkonzern in ein Restrukturierungsverfahren.

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Holding von Small Planet ist pleite

Von: Carlo Sporkmann
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