Am Donnerstagmittag ist am Flughafen Frankfurt bei einer Boeing 787-9 von Lufthansa das Bugfahrwerk eingeknickt. Die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABPQ stand gerade am Terminal, als sich der Zwischenfall ereignete. Sowohl der Flughafenbetreiber Fraport als auch Lufthansa bestätigten den Vorfall.
Zum Hergang sagte ein Lufthansa-Sprecher: "Auf einer Parkposition klappte unerwartet das Bugfahrwerk des Flugzeugs ein." Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagmittag gegen 12:45 Uhr.
"Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich Crew- und Bodenmitarbeitende an Bord. Fluggäste waren noch nicht eingestiegen. "Zwei Kabinencrew-Mitarbeitende von Lufthansa und weitere Mitarbeitende von Dienstleistungsunternehmen wurden zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht", hieß es am Abend. Über die Schwere der Verletzungen und die Zahl der anderen Verletzten machte Lufthansa keine Angaben.
"Alle anderen Mitglieder der insgesamt 13-köpfigen Lufthansa Crew wurden betreut und ihre Heimreise wurde organisiert", hieß es weiter. Zwei Mitarbeiter der Bodenabfertigung, die sich unmittelbar neben dem Flugzeug aufhielten, blieben unverletzt.
Die Fluggäste waren den Angaben zufolge noch nicht eingestiegen, als das Fahrweg wegsackte. Die genauen Umstände würden gemeinsam mit den zuständigen Stellen geprüft, sagte der Sprecher. Techniker und Experten seien vor Ort. Nach Freigabe der Behörden soll der Dreamliner im Laufe des Abends in eine Technikhalle gebracht werden. Dort sollen weitere Untersuchungen stattfinden, bevor das Flugzeug repariert wird.
Fotos zeigen, wie die Maschine mit dem vorderen Rumpf auf dem Boden liegt. Auch die Triebwerke berühren vorn den Boden. Die Beschädigungen an dem Flugzeug sind auf den ersten Blick erheblich: Im vorderen Rumpfbereich ist die Außenhaut stark in Mitleidenschaft gezogen, die Klappen des Bugfahrwerks wurden nach außen gedrückt. Zudem wurde die Maschine gerade mit einem Highloader beladen, der mit der fallenden Maschine kollidierte.
Maschine erst wenige Monate alt
Das Flugzeug sollte als Flug LH450 nach Los Angeles starten. Eine Ersatzmaschine startete um 14:20 Uhr mit einer halben Stunde Verspätung.
Besonders gravierend ist der Schaden für Lufthansa mit Blick auf das Alter der betroffenen Maschine: Die Boeing 787-9 mit dem Taufnamen "Herne" wurde erst im Januar an die Fluggesellschaft ausgeliefert. Das Flugzeug ist in Frankfurt stationiert und war am Mittwoch aus Austin/Texas gekommen.
Generell verfügt die Lufthansa aktuell über zu wenige Langstreckenflugzeuge. Lieferverzögerungen bei den Herstellern hatten bereits mehrfach dazu geführt, dass Lufthansa ihre Langstreckenflotte umplanen musste.
Die vergleichsweise spritsparende 787 ist in der Lufthansa-Flotte relativ jung. Aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 17 Dreamliner in der Flotte. Bis Ende 2027 sollten es 29 werden. Der Konzern ersetzt mit ihr nach und nach ältere Jets. Ein Boeing-Sprecher sagte, der Flugzeugbauer sei über den Vorfall informiert und unterstütze seinen Kunden.