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Nur noch drei Minuten Kerosin: Wie ein Flughafen eine Ryanair-Crew in Not brachte
Drei Warnungen zu Scherwinden im Endanflug, drei abgebrochene Anflüge, eine Absage für eine Ausweichlandung und am Ende die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: In diesem Schreckens-Szenario befand sich im Oktober 2025 die Crew einer Boeing 737-800 der Ryanair-Tochter Malta Air.
Die Maschine war am 3. Oktober 2025 mit 171 Passagieren und sechs Crewmitgliedern von Pisa nach Glasgow Prestwick unterwegs, als Sturm "Amy" über Schottland zog. In Prestwick musste die Crew zweimal durchstarten. Die Anfrage, nach Manchester auszuweichen, lehnte der Flughafen aber ab, ohne einen Grund zu nennen.
Die Crew wich dann nach Edinburgh aus, wo beim Anflug eine dritte "Wind-Shear"-Warnung folgte und der Anflug erneut abgebrochen werden musste. Anschließend erklärte der Kapitän eine Treibstoffnotlage und flog nach Manchester. Dort landete die Maschine mit nur noch etwas über 300 Kilogramm Treibstoff – bei Vollgas reicht das nicht mal drei Minuten! Verletzt wurde niemand.
Die britische Flugunfalluntersuchungsstelle AAIB hat den Vorfall als schwere Störung eingestuft. In ihrem jetzt veröffentlichten Bericht kommt sie zu dem Schluss, dass Manchester schon die erste Anfrage der Crew für eine Ausweichslandung hätte annehmen müssen. Die Ablehnung ging offenbar auf eine Kommunikationspanne innerhalb des Flughafens zurück. Der Bericht zeichnet zudem die Entscheidungen im Cockpit nach.
Im Video erklären wir, was eine Windscherung ist, wofür die Fuel-Reserven an Bord gedacht sind und wie es zu der Absage aus Manchester kam.