Verbraucherschützer kritisieren die Preisgestaltung der Deutschen Bahn. Beim "Super Sparpreis" klafft eine Lücke zwischen Werbung und Realität: Zu üblichen Reisezeiten ist das günstigste Angebot oft gar nicht vorhanden, wie ein Preismonitoring des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) ergab, über das die "FAZ" berichtete.
VZBV-Chefin Ramona Pop kritisierte: "Wer mit besonders günstigen Preisen wirbt, sollte gewährleisten, dass diese öfter auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar sind."
Das Monitoring zwischen dem 1. Juni 2024 und dem 30. April 2026 ergab: Der beworbene günstigste Preis für Fahrten in der zweiten Klasse zwischen 7:00 Uhr und 19 Uhr war an 76 Prozent der untersuchten Tage nicht verfügbar.
Nur an jedem vierten Erhebungstag entsprach der tatsächlich günstigste Preis dem beworbenen "Super Sparpreis". Wer freitags oder sonntags fährt, zahlt typischerweise 71 Prozent mehr als dienstags oder mittwochs.
Bahn kritisiert methodische Lücken der Untersuchung
Die Deutsche Bahn wies die Kritik zurück. "Aktuell sind so viele Billigtickets wie noch nie auf dem Markt", sagte eine Sprecherin. Die Untersuchung weise erhebliche methodische Lücken auf, da sie nur den Zeitraum von 7:00 Uhr bis 19 Uhr und nur Direktverbindungen zwischen den fünf bevölkerungsreichsten deutschen Städten berücksichtige.
Günstige Randlagenverbindungen und Direktverbindungen abseits der großen Städte seien nicht erfasst worden.
Das Preismonitoring ergab zudem, dass "Super Sparpreis"-Tickets bei mittelfristigen Buchungen seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 typischerweise um 36 Prozent teurer geworden sind, in Einzelfällen um bis zu 111 Prozent.
Die Bahn-Sprecherin betonte, die Flexpreise hätten sich nicht verändert – und verwies darauf, dass Autofahren und Fliegen angesichts gestiegener Kraftstoffpreise teurer würden.