Die Deutsche Bahn baut das Prämienprogramm Bahnbonus um. Denn die Bahnprämien werden im Preis, sprich, bei der notwendigen Anzahl der Punkte, angepasst. Vor allem bei den Flextickets werden die vorhandenen Punkte teils massiv entwertet. Auf der Habenseite gibt es auf kurzen Strecken dafür günstigere Prämientickets mit Zugbindung. Aber der Reihe nach:
Die Deutsche Bahn betont vor allem die nun günstigeren Prämientickets mit Zugbindung. Denn der Einstiegspreis in Punkten sinkt von 1000 auf 750 Punkte. Mit diesen 750 Punkten werden dann ab dem 1. August 2026 kürzere Fahrten bepreist.
Tatsächlich lohnt sich das Bahnbonus-Programm bisher auf kurzen Fahrten nicht. Denn egal ob man zwischen Kiel und Friedrichshafen oder nur zwischen Magdeburg und Hannover fuhr: Es wurden für ein Ticket mit Zugbindung 1000 Punkte fällig.
Neu ist allerdings, dass der Punkteaufwand dynamisiert wird. Ein Ticket kann also auch mehr als 1000 Punkte kosten. Wieviel genau, will die Deutsche Bahn aktuell nicht nennen. Nur soviel ist kommuniziert worden: Der Preis ist "abhängig von Strecke, Buchungszeitpunkt und weiteren Faktoren", so die Bahn.
Für die Mitfahrtickets wird das System dafür insgesamt billiger. Aktuell kostet ein Mitfahrer zum Bahnbonus-Fahrgast 1500 Punkte. Das sinkt nun auf den Preis des normalen Tickets. Die bisher genannten Werte gelten für die 2. Klasse. Die 1. Klasse verhält sich analog und sinkt auf ein Minimum von 1250 Punkten statt 1500 Punkte.
Flexible Prämientickets werden bis zu 25 Prozent teurer
Wer ohne Zugbindung mit einem flexiblen Prämienticket fahren will, der muss in Zukunft deutlich mehr Punkte aufwenden. Der Preis steigt in der 2. Klasse von aktuell 2000 Punkten auf 2500 Punkte ab dem 1. August. Ein Aufschlag von 25 Prozent. In der 1. Klasse steigt der Preis prozentual nicht ganz so stark von 3000 auf dann 3500 Punkte.
Wer Hin- und Rückfahrt gleichzeitig bucht, der kann hier etwas sparen. Allerdings ist das Verhältnis auch hier deutlich verteuert worden. Aktuell kostet eine Freifahrt Flex in der 2. Klasse 2000 Punkte. Hin- und Rückfahrt liegen bei 3000 Punkten. Neu sind dies 2500 respektive 4000 Punkte. Eigentlich wären es rechnerisch nur 3750 Punkte.
Das zeigt vor allem, dass die Deutsche Bahn die Punkte zum 1. August meist entwertet, während unklar ist, was man für die günstigen 750-Punkte-Tickets überhaupt bekommt. Aktuell lässt sich das über die Bahnbonus-Systeme nicht austesten.
Bahnbonus-Freifahrten lohnen sich vor allem kurzfristig
Ein gut gefülltes Bahnbonus-Konto ist – ähnlich wie bei der Luftfahrt – für sehr kurzfristige Reisen recht gut gewesen. Wenn die Tickets sehr teuer werden, kann man meist noch mit einem Prämienticket reisen. Es gibt aber Fälle, in denen der Kauf eines Prämientickets dem angehenden Fahrgast verwehrt wird.
Das System ist recht undurchsichtig, sodass sich das selten nachvollziehen lässt. Manchmal sind Sparpreise, die nahe am Flexpreis sind, noch als Prämienticket verfügbar, manchmal fehlen solche Tickets aber auch komplett, selbst wenn günstige Sparpreise noch verfügbar sind.
Ob sich daran etwas durch die Einführung von Yield-Management bei Prämientickets ändert, lässt sich erst ab dem 1. August erkennen. Wer einer Entwertung entgehen will: Manche Prämientickets sind etwas länger für eine Einlösung nach Bestellung gültig.
Die Umstellung kommt zusammen mit einer Umstellung des Service in der jüngeren Vergangenheit. Bei Problemen mit dem Bahnbonus-Programm muss der Fahrgast nun ein Formular durchgehen. Früher reichte eine E-Mail an den Service. Der Nachteil: Es ist so nicht möglich, Dokumente für Belege hochzuladen.
Die Deutsche Bahn schickt einem dann im nächsten Schritt eine temporäre E-Mail-Adresse zu, der man erst dann Dokumente schicken kann. Anschließend sollen dann Punkte gutgeschrieben werden, die aufgrund eines Fehlers nicht gutgeschrieben wurden. Gerade bei Business-Tickets, aber auch bei am Schalter gekauften sogenannten Online-Tickets mit Bahnbonus-Nummer und Bahncard-Rabatt kann es nach unseren Erfahrungen zu Problemen mit der Punktegutschrift kommen.