Der Reiseveranstalter Tui will alle gestrandeten europäischen Kunden bis spätestens Mittwoch aus der Nahost-Region nach Deutschland zurückgebracht haben. Das sagte Tui-Chef Sebastian Ebel der "Deutschen Presse-Agentur". Es gehe um mehrere tausend europäische Tui-Kunden, die wegen des seit mehr als einer Woche andauernden Iran-Kriegs in der Region festsitzen.
Allein in der Nacht zum Sonntag landeten zwei Tui-Flüge mit 250 Reisenden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Hannover. Das Auswärtige Amt teilte zudem bei Instagram mit, erneut 220 Menschen ausgeflogen zu haben. Auch ein Sonderflug mit 300 Gästen von den Malediven landete in der Nacht zum Sonntag in Frankfurt. Seit Dienstag sind bereits mehrere Linienflüge sowie von der Bundesregierung organisierte Sonderflüge mit Urlaubern auf deutschen Flughäfen gelandet.
Ebel erklärte, Flugzeuge stünden in ausreichender Zahl bereit. "Entscheidend sind sichere Flughäfen und Luft-Korridore, die die Behörden freigeben", sagte er. Noch könnten nicht alle Gäste zurück nach Deutschland reisen, da Luft- und Seewege gesperrt seien.
Die in Hannover gelandeten Maschinen transportierten laut Tui neben deutschen auch Reisende aus Schweden, den Niederlanden, Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich. Die Flüge hätten keinen Zusammenhang mit den zwei in der Golfregion gestrandeten Kreuzfahrtschiffen von Tui Cruises – ein Teil dieser Gäste sei bereits zurück in Deutschland. In den kommenden Tagen seien weitere Flüge geplant, die auch Urlaubern anderer Veranstalter offenstehen sollen.
Zuvor hatten auch Lufthansa und Eurowings sowie Condor erste Rückholflüge durchgeführt.
Maskat dementiert Privatjet-Beschränkung
Der Flughafen Maskat in Oman hat Berichte über eine Einschränkung des Privatjet-Betriebs zurückgewiesen. Ein Flughafensprecher erklärte, es gebe weder ein Verbot noch eine Beschränkung für Privatflüge. Zudem habe der Flughafen das entsprechende Schreiben, auf das sich die Berichte stützen, nicht versandt.
Am Sonntag hatte "Reuters" berichtet, die Flughafenbehörde habe Charterflug-Betreibern in einer Mitteilung empfohlen, den Flughafen vorerst nicht für "zusätzliche Flüge" zu nutzen und Regierungs- sowie Linienflügen Vorrang zu geben. Zuerst hatte die "Financial Times" über das Schreiben berichtet.
Reisende zahlen hohe Preise
Der Ausfall großer Teile des Nahost-Luftraums wegen Raketen- und Drohnenbedrohungen hatte viele Reisende dazu gebracht, auf Privatjets auszuweichen. Betroffene zahlten hohe Preise, um die Region zu verlassen – teils reisten sie über Land zu ruhigeren Drehkreuzen. Vereinzelt eskortieren Kampfjets Passagiermaschinen.
Der Deutsche Reiseverband erklärte, inzwischen seien mehrere tausend Urlauber ausgeflogen worden. Geplante Reisen in die betroffene Region seien wegen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes von den Reiseveranstaltern abgesagt worden. "Wie lange diese Situation anhalten wird, lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen", teilte der Verband mit. Auch der Flugbetrieb großer Airlines in der Region bleibt eingeschränkt: Die Lufthansa Group etwa fliegt derzeit lediglich Zypern als Nahost-Ziel an. Auch am Wochenende war der Flugverkehr in der Golfregion gestört.