Johannes Teyssen, Aufsichtsratsvorsitzender des Lufthansa-Konzerns, verlangt eine stärkere internationale Öffnung des Unternehmens. Nur so könne die Lufthansa ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen, sagte er in einem internen Interview mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Den Rückstand machte Teyssen an den jüngsten Geschäftszahlen fest. "Wir wollen doch mit den Besten konkurrieren. Und da haben wir, erkennbar an den letzten Quartalsergebnissen, den Anschluss verloren", sagte er.
Ausdrücklich lobte Teyssen die technische Qualität des Konzerns, seine Leistungsfähigkeit und die Sicherheitskultur. Bei der Wirtschaftlichkeit erreiche die Lufthansa dieses Niveau aber nicht, ebenso wenig bei der Bereitschaft, sich fortlaufend am Branchenbesten zu messen. Das Unternehmen müsse deshalb mehr Anregungen von außen zulassen.
Beim laufenden Sparprogramm schloss Teyssen nicht aus, dass die Lufthansa ihre Anstrengungen noch verstärken müsse. Es habe sich zwar vieles verändert. Die erhofften Ergebnisse seien bislang aber ausgeblieben.
Zu den Tarifkonflikten, die im Umfeld des 100-jährigen Bestehens der Lufthansa in Streiks gemündet waren, sagte Teyssen, es gebe keine grundsätzlich gegensätzlichen Interessen. Streitpunkt sei vielmehr der richtige Kurs. Gegenseitige Schuldzuweisungen brächten niemanden weiter, jeder müsse seinen Teil beitragen.
Mit einem Sanierungsprogramm will der Konzern sein Ergebnis bis 2028 um 2,5 Milliarden Euro verbessern. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr hatte das Programm als planmäßig bezeichnet, als er Anfang August die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegte.