Die Bieter im Privatisierungsverfahren der portugiesischen Fluggesellschaft Tap Air Portugal müssen Pläne zur Stärkung des Flugbetriebs und der Streckennetze an allen portugiesischen Flughäfen vorlegen – nicht nur am Hauptdrehkreuz Lissabon. Das hat Premierminister Luis Montenegro zur Bedingung gemacht.
IAG, Air France-KLM sowie Lufthansa haben formell ihr Interesse am Kauf eines Anteils von 44,9 Prozent an Tap bekundet. Die portugiesische Regierung hatte die drei Bieter Anfang Januar aufgefordert, unverbindliche Angebote einzureichen.
Montenegro fordert, dass die Bieter den Betrieb nicht nur in Lissabon, sondern auch an den neun weiteren portugiesischen Flughäfen ausbauen – darunter Porto, Faro sowie die Flughäfen auf den Inselgruppen Azoren und Madeira.
"Wir werden verlangen, dass die vollständige Nutzung unseres Flughafenkapazitätspotenzials garantiert wird. Es wird keine Privatisierung geben, wenn wir das nicht sicherstellen", sagte Montenegro bei einer Veranstaltung am Flughafen Porto.
Zu den besonders attraktiven Vermögenswerten der Tap zählen ihre Verbindungen nach Brasilien, in portugiesischsprachige afrikanische Länder sowie in die USA – allesamt ab Lissabon. Die Regierung will diese Verbindungen erhalten und ausbauen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Airline steigern.
Angebotsfrist bis 2. April
Die unverbindlichen Angebote müssen bis zum 2. April eingereicht werden und neben einem Preisvorschlag für den Tap-Anteil auch einen Industrie- und Strategieplan für die Fluggesellschaft enthalten. Die Privatisierung soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden.
Das Analysehaus Bernstein hatte den 44,9-Prozent-Anteil im November 2025 auf rund 700 Millionen Euro bewertet. Das entspreche einem Aufschlag von etwa 25 bis 30 Prozent gegenüber vergleichbaren europäischen Fluggesellschaften, der durch das strategische Potenzial der Tap gerechtfertigt sei, so die Analysten.