Tap Air Portugal ist nach Ansicht ihres Vorstandschefs gut positioniert, um vom starken Wachstumspotenzial in Brasilien und Afrika zu profitieren. Das sagte Tap-Chef Luis Rodrigues auf dem World Aviation Festival in Lissabon.
Die Airline bedient bereits 13 brasilianische Städte und 14 Ziele in Afrika, darunter portugiesischsprachige Länder wie Angola und Mosambik. "Wir haben das Glück, gut positioniert zu sein, um beide Märkte zu erschließen", sagte Rodrigues.
Brasilien sei ein vielversprechendes Land mit großen Chancen. Der Tourismus mache dort erst etwa sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, während er in Portugal etwa 16 Prozent ausmache. "In einem Land, das 20-mal so groß ist wie Portugal, ist die Chance riesig", sagte Rodrigues. Afrika sei noch größer, dort gebe es aber noch mehr strukturelle Einschränkungen.
Ausgewogene geografische Verteilung
Tap habe eine gute geografische Balance zwischen Nordamerika, Südamerika, Europa und Afrika, so der Vorstandschef. Das ermögliche Flexibilität, da nicht alle Strecken gleichzeitig gut oder schlecht liefen. Zudem sehe er gute Aussichten für seine Fluggesellschaft, im Nicht-Passagiergeschäft wie Wartung und Technik zu wachsen.
Portugal hatte die lange verzögerte Privatisierung von Tap im Juli wieder aufgenommen. Die Regierung will 44,9 Prozent der Anteile an einen Investor verkaufen, der globale Größe und Wettbewerbsfähigkeit mitbringt. Weitere fünf Prozent sollen Tap-Mitarbeitern angeboten werden.
"Die Zeit, in der Tap stolz allein war, ist vorbei. Das war einmal möglich, aber nicht mehr, und ich wäre froh, in eine größere Gruppe integriert zu werden", sagte Rodrigues. Die Regierung wünscht sich einen neuen Partner, der die Tagesgeschäfte von Tap übernimmt und die Position der Airline als globaler Anbieter stärkt.