Swiss plant, die Zahl ihrer von Partnerairlines gemieteten Wetlease-Flugzeuge im Sommer 2027 auf rund 20 Maschinen zu reduzieren. Das teilte Finanzvorstand Dennis Weber bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen mit. Aktuell setzt die Lufthansa-Tochter im noch laufenden Sommerflugplan bis zu 27 Flugzeuge von Wetlease-Partnern ein, vor allem von Helvetic und Air Baltic.
Als Grund für den avisierten Rückgang nannte Weber eine verbesserte Datengrundlage, mit der Swiss den Einsatz von Flugzeugen, Triebwerken, Piloten und Kabinenpersonal künftig besser aufeinander abstimmen könne. "Wir haben deutlich nachgearbeitet, um da einfach flexibler auch reagieren zu können", sagte Weber. Wetlease-Flüge blieben trotzdem "das kleinere Übel" verglichen mit ausfallenden Verbindungen, da sie auch das Zubringergeschäft für das Langstreckennetz sicherten.
Mit welchen Partnern und in welchem genauen Umfang Swiss künftig fliegen werde, sei noch offen, so Weber weiter. Mit der Helvetic werde man sicher weiter zusammenarbeiten. Zur wirtschaftlich angespannten Lage von Air Baltic könne er nichts über die öffentliche Berichterstattung hinaus mitteilen.
Bei den Triebwerksproblemen auf der Kurzstrecke zeichnet sich laut Weber eine unterschiedliche Entwicklung ab. Bei den A220 mit "Pratt & Whitney"-Triebwerken hat Swiss zwei Maschinen des Typs A220-100 außer Dienst gestellt und deren Triebwerke für den Betrieb der übrigen Flotte verwendet. Drei weitere A220 stehen laut Weber aktuell zusätzlich am Boden. Eine grundsätzliche Zukunft der A220-100-Unterflotte stellte Weber nicht infrage. Bei der A320-Neo-Flotte, ebenfalls von "Pratt & Whitney"-Triebwerksproblemen betroffen, stehen nach Webers Angaben derzeit drei bis vier Flugzeuge am Boden. Hier sei aber "eine tendenzielle Besserung in Sicht", so Weber, da der Triebwerkshersteller an einer höheren Stabilität und längeren Wartungsintervallen arbeite.
A350-Flotte wächst, A330 erhält neue Kabine
Auf der Langstrecke baut Swiss ihre A350-Flotte weiter aus. Von zwei aktuell im Einsatz befindlichen Maschinen des Typs soll die Flotte laut Weber im Laufe des Jahres auf fünf Flugzeuge wachsen.
Bei der A330-Flotte hat der Umbau auf die neue Kabine begonnen. Das erste Flugzeug befindet sich nach Angaben des Finanzvorstands derzeit in Hongkong, wo es umgerüstet wird. Die Rückkehr in den Flugbetrieb sei in drei bis vier Monaten zu erwarten.
Auch am Standort Genf wirken sich Flottenentscheidungen aus. Die Langstreckenverbindung Genf-New York ist laut Weber bereits profitabel, das Kurzstreckengeschäft ab Genf dagegen noch nicht. Ziel sei es, auch dort bis 2027 profitabel zu werden – abhängig von Treibstoffkosten und Marktnachfrage.
Weber bezeichnete das laufende Jahr insgesamt als "Übergangsjahr", in dem Swiss die Voraussetzungen schaffe, um ab 2027 wieder wachsen zu können.