Die Sky-Line-Bahn am Flughafen Frankfurt verbindet seit Montagmorgen wieder die Terminals 1, 2 und 3 miteinander. Die Ursachen seien erst im laufenden Betrieb unter zunehmender Auslastung sichtbar geworden, teilte Fraport mit.
Nach technischen Anpassungen an der Trasse, einer Prüfung aller Fahrzeuge und mehreren Software-Updates nimmt die Bahn nun schrittweise den Betrieb wieder auf. Wie Siemens Mobility airliners.de auf Nachfrage sagte, musste die Stromversorgung an der Strecke zur Stabilität nachjustiert werden. Auch an den Fahrzeugen wurde optimiert.
Der Betrieb startet laut Flughafen nun mit bis zu acht Fahrzeugen bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Zuvor war die Bahn mit bis zu 70 km/h unterwegs. Diese Geschwindigkeit wolle man perspektivisch wieder erreichen, sagte ein Fraport-Sprecher.
Der eingerichtete Bus-Shuttle zwischen den Terminals entfällt damit im regulären Tagesbetrieb.
Alexander Heinrich, Betriebsleiter Sky-Line-Bahn bei Fraport, erklärte, das System werde in den kommenden Tagen und Wochen genau beobachtet. Einzelne technische Störungen könnten derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Nächtliche Sperrung bleibt vorerst
Aufgrund weiterer Optimierungen an den Fahrzeugen führt Siemens Mobility weiterhin nächtliche Inspektionen durch, so Fraport. Die Sky-Line-Bahn wird bis auf Weiteres täglich zwischen 23:00 und 4:00 Uhr eingestellt; in dieser Zeit verkehrt ein Bus-Shuttle zwischen den Terminals.
Beim Bus-Shuttle müssen sich Fahrgäste aber auf einige Einschränkungen vorbereiten. Der Bus hält zum Beispiel am Terminal 1 nicht an den Bus-Haltestellen, sondern direkt am Terminal, wo normalerweise PKW entladen werden. Dort gibt es jedoch keinen Bordstein, sodass Fahrgäste mit Koffern einen großen Höhenunterschied überwinden müssen. Der frühere Shuttle-Haltepunkt steht aufgrund von Bauarbeiten aktuell nicht zur Verfügung. Zwar ist für die Haltestellen Personal vorgesehen, das soll laut Flughafen aber vor allem den Ablauf koordinieren und Fragen beantworten. Eine Hilfe beim Gepäck ist nicht vorgesehen.
Der "Uitgang" am Terminal 1 ist ziemlich hoch. Die fehlende Bordsteinkante erschwert den Fahrgastwechsel. : Großer CityBus an einem Haltepunkt am Terminal 1 mit geöffneten Türen. Die fehlende Bordsteinkante am Fahrbahnrand ist sichtbar und erschwert den Einstieg und Ausstieg. © airliners.de / Andreas Sebayang
Immerhin dürfte sich aber die Ausstattung der Busse verbessern. Da zwischen 23 und 4 Uhr kein so großer Fahrzeugbedarf besteht, kann der Bedarf von den noch vorhandenen Shuttle-Bussen gedeckt werden, die etwa mit Gepäckbereichen ausgestattet sind. Wie uns der Flughafen sagte, mussten zuvor auch Fahrzeuge eingesetzt werden, die eine abweichende Innenausstattung hatten, um den hohen Bedarf während des Ausfalls der Sky-Line-Bahn zu decken.
Am Terminal 3 sieht die Situation zudem besser aus. Dank digitaler Beschilderung kann der neue Weg in der Nacht weiter ausgeschildert werden.
Das linke Schild ist ein Display und kann daher angepasst werden. Was das Smartphone allerdings nicht erfassen kann: Es ist deutlich dunkler als das rechte Schild.. : Zwei blaue digitale Hinweisschilder hängen im Flughafenterminal und weisen zu Ausgang, Bus, Taxi und Bahnhöfen. Die Aufnahme ist innen bei künstlichem Licht gemacht. © airliners.de / Andreas Sebayang
Zudem stehen am Terminal 3 Bushaltebuchten zur Verfügung, was das Be- und Entladen von Gepäck dank Bordsteinkante erleichtert.
Wann auch dieser Shuttle in der Nacht wieder durch die Sky-Line-Bahn ersetzt wird, ist bisher unklar. Im regulären Betrieb transportiert das vollautomatisierte fahrerlose System auf einer Strecke von rund 5,6 Kilometern bis zu 4000 Personen pro Stunde und Fahrtrichtung. Die Fahrtzeit beträgt dabei im Normalfall rund acht Minuten. Das Bus-Shuttle liegt nach unseren Messungen bei grob 12 Minuten Fahrzeit, allerdings ohne Umstiegsmöglichkeit zur alten Sky-Line-Bahn am Terminal 2.
Der Flughafenbetreiber hatte die Bahn Ende Mai wegen wiederkehrender technischer Störungen vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Bahn hatte erst kurz zuvor ihren Betrieb aufgenommen.