Die Schweizer Start-up Bluelight arbeitet an einem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) in Malta. Das sagte Mitgründer Pierre Bernheim dem Branchendienst "CH-Aviation". Die Zertifizierung soll 2027 abgeschlossen sein, einen in Malta lebenden Geschäftsführer habe das gemeinnützige Unternehmen aus Genf bereits eingesetzt.
Gleichzeitig bereitet sich die "Humanitarian Airline" auf den Kauf eines Vollfrachters vom Typ Boeing 757-200 vor. Ein konkretes Flugzeug hat Bluelight den Angaben nach bereits ausgewählt. Gekauft werden soll es, sobald eine laufende Finanzierungsrunde abgeschlossen ist.
Den Ausschlag für die 757 gab der erste Einsatz des Start-ups: Bluelight hatte vor einigen Wochen eine Boeing 767-300F gechartert, die Hilfsgüter von Dubai World Central nach Kathmandu brachte. Die ursprünglich geplante A340-300 wäre dafür ungeeignet gewesen.
"Nepal ist das perfekte Beispiel: hoch gelegener Flughafen, kurze Piste. Für die A340 wäre die Mission nahezu unmöglich gewesen", sagte Bernheim. Auf längere Sicht sollen dann Frachtversionen der A330 und zu Frachtern umgebaute A321-200 die 757 ersetzen.
Frachttochter soll Hilfseinsätze finanzieren
Damit die Flugzeuge zwischen zwei Notfalleinsätzen nicht am Boden stehen, plant Bluelight eine gewinnorientierte Frachttochter. Sie soll drei- bis fünfmal pro Woche zwischen Europa und Afrika fliegen und Fracht wie Arzneimittel, verderbliche Güter und Blumen transportieren. Die Gewinne sollen den humanitären Flugbetrieb mitfinanzieren.
Nach Angaben Bernheims steht das Start-up kurz vor einem Vertrag mit einer großen internationalen Nichtregierungsorganisation, für die Bluelight als feste Fluggesellschaft fliegen soll. Bernheim, Berufspilot und früherer Verwaltungsratspräsident des Flughafens Genf, hatte Bluelight im Januar 2025 zusammen mit Waleed Rawat gegründet. Bis zum Start des eigenen Flugbetriebs arbeitet Bluelight mit Charterpartnern.