Rolls-Royce hält trotz der Turbulenzen durch den Iran-Krieg an seiner Jahresprognose fest. Das britische Ingenieurunternehmen bekräftigte am Donnerstag, den Betriebsgewinn 2026 um mindestens 16 Prozent steigern zu wollen, und zeigte sich zuversichtlich, die finanziellen Folgen der Nahost-Krise vollständig kompensieren zu können.
"Wir erwarten, die aktuellen finanziellen Auswirkungen der Störungen auf unser Geschäft vollständig abzufedern", erklärte Unternehmenschef Tufan Erginbilgic in einem Handelsupdate.
Rolls-Royce liefert Triebwerke für die Airbus A350 und die Boeing 787, zwei der meistgefragten Großraumflugzeuge weltweit. Beide Muster wurden von der massiven Reiseunterbrechung in den ersten Wochen des Iran-Kriegs, der Ende Februar begonnen hatte, besonders hart getroffen. Da Rolls-Royce seine Triebwerke nach geflogenen Stunden abrechnet – sogenannte Power-by-the-Hour-Verträge –, wirken sich rückläufige Flugstunden direkt auf die Einnahmen aus.
Laut Handelsupdate hat sich die Zahl der Triebwerkflugstunden bei nahöstlichen Airlines inzwischen erholt; einige Triebwerke hätten bereits wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Zudem hätten andere Fluggesellschaften Kapazitäten verlagert, was zu Wachstum in anderen Regionen geführt habe. Allerdings sieht sich die Branche nach wie vor mit erhöhten Treibstoffpreisen als Folge des Konflikts konfrontiert.
Für das laufende Jahr steuert Rolls-Royce einen Betriebsgewinn zwischen vier und 4,2 Milliarden Pfund (5,39 bis 5,66 Milliarden Dollar) an. Neben dem Triebwerksgeschäft ist der Konzern auch in der Energieversorgung von Rechenzentren sowie in der Nuklear- und Rüstungssparte tätig.